In einer ersten Reaktion der Kirchen drückten der evangelische Stadtdekan Jürgen Körnlein und sein katholischer Amtskollege Hubertus Förster den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Sie würdigten Hamburger als große Persönlichkeit, die Christen zum christlich-jüdischen Dialog herausgefordert habe.

Über Jahrzehnte sei er ein verlässlicher Gesprächspartner im Dialog der Nürnberger Religionsgemeinschaften gewesen und habe sich für die Verständigung zwischen Juden und Christen eingesetzt. Als steter Mahner für Frieden und Menschenrechte habe er sich um den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft verdient gemacht, teilten die beiden Dekane mit.

Der gebürtige Nürnberger Arno Hamburger wanderte 1939 nach Palästina aus und kehrte 1945 als britischer Soldat in seine Heimatstadt zurück. Die US-Amerikaner engagierten ihn als Dolmetscher. Seit 1972 saß Hamburger für die SPD im Stadtrat von Nürnberg. Seit 1966 stand er an der Spitze der Israelitischen Kultusgemeinde.