Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer setzt auf einen "harmonischen Generationenwechsel" in der CSU. Dieser Wechsel werde nicht mit einem Hammerschlag erfolgen, sagte Seehofer am Samstag am Rande eines Bezirksparteitags in Nürnberg. "Es werden mehrere Personalprozesse sein."

Bei der Versammlung wurde Finanzminister Markus Söder als Vorsitzender des CSU-Bezirks Nürnberg-Fürth-Schwabach mit großer Mehrheit wiedergewählt. Söder erhielt 98 Prozent der Stimmen. Der 48-Jährige konnte damit sein Traumergebnis von 2013 nicht ganz wiederholen. Damals war er mit 100 Prozent der Stimmen als Bezirkschef im Amt bestätigt worden.

Söder gilt neben Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) als möglicher Nachfolger von Ministerpräsident Seehofer. Aigner stellt sich in zwei Wochen zur Wiederwahl als Vorsitzende der CSU Oberbayern.

Ministerpräsident Horst Seehofer war in Nürnberg darauf bedacht, der Nachfolgedebatte keine neue Nahrung zu geben: Der CSU-Chef kam überpünktlich beim Bezirksparteitag an - und zeigte sich froh darüber: "Denn jede Verspätung oder gar ein Versäumnis dieses Parteitags hätte uns viel Aufräumarbeiten in der nächsten Woche beschert, um all die Interpretationen oder Behauptungen aus dem Weg zu räumen", sagte er.

Söder erhielt 89 Ja- und zwei Neinstimmen der Delegierten. Söder kommentierte die zwei fehlenden Stimmen gelassen: "Wir leben nicht in Nordkorea, sondern in einer Demokratie. Da muss man nicht jedes Mal 100 Prozent bekommen." Wichtiger sei für ihn die Rückendeckung der Basis - und die habe er in Nürnberg deutlich gespürt.

Seehofer sagte mit Blick auf die Landtagswahl 2018 in Bayern lediglich: "Es wird uns immer diejenige Person in den Wahlkampf führen, die die höchste Wahrscheinlichkeit in sich trägt, dass wir diese Wahl auch erfolgreich bestehen." Seehofer zählt Markus Söder "fraglos" zu diesem Personenkreis.

In Nürnberg gab es von Seehofer für seinen fränkischen Finanzminister - wie häufig beim Aufeinandertreffen der beiden - Zuckerbrot und Peitsche: Erst lobte Seehofer Söder für dessen "vorzügliche Arbeit." Söder sei eine tragende Säule des Kabinetts. Dann schob Seehofer nach: "Die Zusammenarbeit mit ihm ist manchmal anstrengend. Aber ich bin mir sicher, dass er das gleiche von mir sagen wird. Sehr sicher sogar."

Seehofer hatte in dieser Woche angekündigt, dass der Vorsitzende der christdemokratischen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, sowie Angelika Niebler, die Vorsitzende der CSU-Europagruppe und Chefin der Frauen-Union, neue stellvertretende CSU-Vorsitzende werden sollen. Sie sollen für Peter Ramsauer und Peter Gauweiler nachrücken. "Das sind zwei gute Leute", sagte Seehofer über Weber und Niebler. Er habe bei Weber allerdings Überzeugungsarbeit leisten müssen.

Auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm hat nach Seehofers Angaben über einen Abschied aus der Riege der Stellvertreter nachgedacht. "Ich habe dann zu ihr gesagt: Wenn wir Erfolg haben wollen, brauchen wir Dich."