Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) treibt den Ausbau der Autobahn für das autonome Fahren voran. Auf der A9 zwischen München und Nürnberg werden in den nächsten Monaten Radarsensoren aufgebaut, die Verkehrsdichte, Tempo, Abstand und andere Bewegungsdaten der Fahrzeuge anonym messen.


Verträge sind unterzeichnet

Den entsprechenden Vertrag unterzeichneten Dobrindt, Infineon-Chef Reinhard Ploss und Siemens-Manager Jochen Eickholt am Montag in München. Die Vernetzung der Daten von Straße und Autos über Mobilfunk soll viele Unfälle und Staus vermeiden, zum Beispiel durch eine Warnung vor einer Gefahr hinter der nächsten Kurve oder durch Freigabe der Standspur.


Anlagen sollen nächstes Jahr in Betrieb gehen

"Die A9 in Bayern wird die erste intelligente und voll digitalisierte Straße", sagt Dobrindt. Für die Erprobungsphase liefert Infineon die Sensor-Chips, die Siemens dann in Messgeräte einbaut und entlang der Autobahn installiert. Rund zehn Anlagen sollen nächstes Jahr in Betrieb gehen. Ploss sagte, die Erprobungsphase werde zeigen, wie zuverlässig das System funktioniere und wie es sich flächendeckend aufbauen lasse.


Daten für Jedermann sichtbar

Alle gesammelten Bewegungsdaten werden im Internet offen für jedermann zur Verfügung gestellt. App-Entwickler können damit digitale Anwendungen für das vernetzte oder autonome Fahren entwickeln. "Auf diesem Technologiefeld entscheidet sich, ob wir Innovationsland bleiben oder Stagnationsland werden", sagte Dobrindt. 60 Prozent der Patente für autonomes Fahren kämen heute aus Deutschland.


Bereits Testfahrzeuge unterwegs

Der Aufbau der Radarsensorik ist ein weiterer Schritt von der Theorie des autonomen Fahrens zur Praxis. Auf der A9 sind seit vergangenem Jahr bereits mehrere autonom fahrende Testfahrzeuge unterwegs, die über schnellen LTE-Mobilfunk und Datenstationen in Funkmasten miteinander kommunizieren.

Niedersachsen will auch auf den Autobahnen 2 und 7 zwischen Hannover, Braunschweig und Salzgitter einen Testring für autonomes Fahren aufbauen. Die Strecken sollen bis 2018 schrittweise mit der erforderlichen Technik ausgerüstet werden, sagte Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".