Nach dem Terrornschlag auf den Weihnachtsmarktin Berlin werden ab sofort Beamte mit Maschinenpistolen die Eingänge zum Christkindlesmarkt in Nürnberg bewachen. Außerdem wird die Anzahl der Polizeifahrzeuge, die die wichtigsten Zufahrtswege zum Hauptmarkt aus Sicherheitsgründen versperren, verdoppelt. Eine zusätzliche Sicherheitssperre wird eingerichtet, um die Kinderweihnacht auf dem Hans-Sachs-Platz vor möglichen Attentätern zu schützen. Polizeifahrzeuge werden dafür auf der Heubrücke quer geparkt. Nach einer Sicherheitsbesprechung im Rathaus werden außerdem die Kontrollmaßnahmen auf dem Christkindlesmarkt "punktuell verdichtet". Das ist das Ergebnis der Sicherheitssitzung von Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) und dem Leitenden Polizeidirektor Hermann Guth am Dienstag im Rathaus, teilte die Stadt mit.
"Wir haben für den Christkindlesmarkt ein gut funktionierendes Sicherheitskonzept", stellte Hermann Guth fest. Bereits zu Beginn des diesjährigen Christkindlesmarkts habe die Polizei ihre Präsenz deutlich erhöht und technische Verkehrssperren mit Polizeifahrzeugen eingerichtet. Nach den Erkenntnissen der Polizei gibt es weiterhin keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung des weltberühmten Weihnachtsmarktes in Nürnberg. Stadtspitze und Polizei seien sich einig, dass eine Fortsetzung des Christkindlesmarkts nicht in Frage steht. "Wir raten nicht von einem Besuch des Christkindlesmarkt ab", sagte Polizeisprecherin Elke Schönwald.
Seit Dienstag sichert die Polizei mit jeweils zwei Einsatzwägen die Zufahrten zu dem weltberühmten Weihnachtsmarkt. Vorher versperrte nur ein Polizeiauto die wichtigsten Zugänge. Diese Maßnahme hatte die Polizei heuer als Reaktion auf den Anschlag in Nizza eingeführt. Im Juli hatte ein Terrorist einen Lastwagen absichtlich in eine feiernde Menschenmenge in der französischen Küstenstadt gesteuert. Deshalb hatte die Polizei die "Sicherheitssperren" auf den Christkindlesmarkt heuer zum ersten Mal in Nürnberg eingeführt. Aufgrund der abstrakten Bedrohungslage teilte die Polizei kurz vor der Eröffnung des diesjährigen Weihnachtsmarktes mit, dass die Nürnberger Polizei mit Unterstützungskräften der Bereitschaftspolizei "eine deutlich verstärkte Präsenz mit uniformierten und zivilen Einsatzkräften am Christkindlesmarkt, in der Fußgängerzone, im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs und an den Zugängen zum Christkindlesmarkt zeigen" werde.
Dies geschehe auch zur "Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls" der Weihnachtsmarktbesucher. Zur Sicherheit aller müsse "stichprobenartig auch mit Taschenkontrollen gerechnet" werden, teilte die Polizei heuer bereits vor dem feierlichen Eröffnungsprolog mit. Nun kündigt die Polizei als Reaktion auf den Anschlag in Berlin an, die Kontrollen rund um den weltberühmten Weihnachtsmarkt in der Frankenmetropole erhöhen zu wollen. "Wir bitten um Verständnis für verstärkte Kontrollen, die wir nun durchführen werden. Das dient der Sicherheit aller", erklärte Pressesprecherin Elke Schönwald.

Pünktlich um 17.55 Uhr läuteten am Dienstag in Nürnberg die Glocken der Innenstadtkirchen in Erinnerung an die Berliner Opfer. Für 18 Uhr hatten die Markthändler zu einer Minute des Innehaltens auf dem Christkindlesmarkt aufgerufen. Oberbürgermeister Maly ordnete Trauerbeflaggung am Rathaus an.