Barbara Lauterbach ist ein alter Hase auf dem Volksfest. Seit 23 Jahren kümmert sie sich im Verband der Schausteller darum, dass das Fest immer jung und modern bleibt. Trotz Terrordebatte freut sich Lauterbach, dass es am Freitag endlich wieder losgeht.

Nein, Angst hat Barbara Lauterbach nicht. "Wir waren schon immer das sicherste Fest in Deutschland. Jetzt haben wir noch einmal das Sicherheitspersonal verdoppelt. Ich mache mir keine Sorgen um die Sicherheit und freue mich, wenn das Fest jetzt endlich losgeht am Freitag", sagt Lauterbach und schüttelt noch immer mit dem Kopf.

Diese ganze Terror- und Sicherheitsdebatte nervt sie ein bisschen. "Man darf die Menschen auch nicht panisch machen", ist sich Lauterbach sicher. "Dafür besteht wirklich kein Anlass. Wir sind nicht das Oktoberfest." Alkoholexzesse seien in Nürnberg nicht vorprogrammiert. Sexuelle Übergriffe schon gar nicht. "Wir können wirklich mit Sicherheit sagen, dass wir das sicherste Volksfest in Deutschland sind", sagt die Mitarbeiterin des süddeutschen Schaustellerverbandes und zeigt auf das neue Eingangsportal zum Volksfestplatz am Dutzendteich.

Mit bunten Farben und fröhlichen Motiven aus Nürnberg werden die rund zwei Millionen in den nächsten zwei Wochen willkommen geheißen. Auf den Zäunen prangen Bilder von der Kaiserburg und vom Schönen Brunnen. Das Volksfest will damit seine Verbundenheit zur Frankenmetropole zeigen. "Wir vom Schaustellerverband bereiten den Boden dafür, dass 162 Schaustellerfamilien hier ihr Geschäft machen können", erklärt Lauterbach.

Deshalb setze das zweitgrößte Volksfest in Bayern seit Jahren auf Innovation. Das Fest müsse eben mit der Zeit gehen, um für die Besucher attraktiv zu bleiben. Mittlerweile gebe es auf dem Platz überall kleine Nischen im Freien. "Die Franken lieben es einfach, gemütlich im Freien auf einer Bierbank zu setzen." Auch beim kulinarischen Angebot setze das Fest auf Qualität. Sogar Veganer müssen nicht hungrig wieder nach Hause gehen. Dazu kommt ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm, dass alle Besucher kostenlos genießen dürften.

Auch wenn man beim Thema Essen, Trinken und Unterhaltung ständig mit der Zeit gehe - bei den Kernthemen Sicherheit und Sauberkeit wolle man der Tradition treu bleiben. Hier setze das Volksfest seit Jahren neue Maßstäbe. "Wir haben sogar Toiletten mit Vogelgezwitscher." Hunderte Mülleimer stünden zwischen den Fahrgeschäften bereit. Frauenparkplätze seien selbstverständlich vorhanden. Schnapsflaschen selbstverständlich verboten. "Hier kann der Opa noch seine Maß genießen und das Enkelkind allein herum toben", freut sich Lauterbach. Trotz der Sicherheitsdebatte im Land habe man sich heuer bewusst für das Motto "Hereinspaziert!" entschieden.

Am Freitagabend wird der Anstich gefeiert. Bis zum 11. September wartet auf die Besucher ein vielfältiges Programm. Ein Höhepunkt in diesem Jahr dürfte die "Ladies Night" am 8. September werden. Der schöne Teil der Schöpfung darf an diesem Tag (wie am Familientag am Mittwoch) zum halben Preis die Fahrgeschäfte genießen. Der Gag dabei: auch Männer, die wie Damen gekleidet sind, dürfen zum halben Preis fahren. Mit einem Feuerwerk wird das 158. Herbstvolksfest am Freitag eröffnet.



Volksfest-Zahlen:


21 Stände verkaufen Süßigkeiten, an 25 Geschäften kann man sich die Zeit mit Ballwerfen vertreiben oder sein Losglück testen, an 49 Buden gibt es Essen und Trinken und allein neun Schausteller setzten auf die Schießlaune der rund zwei Millionen Besucher, die heuer wieder erwartet werden auf dem rund 100.000 Quadratmeter großen Festplatz, auf dem rund 1.5000 Menschen arbeiten. Ein Rundgang über den Platz ist genau 1300 Meter lang. Ein ausführliche Beschreibung des umfangreichen Programms finden Sie im Internet unter http://www.volksfest-nuernberg.de/programm.