Eintrittskarten für die Besichtigung des Nürnberger Fernmeldeturms wurden vom Heimatministerium kostenlos und nach dem Windhundprinzip ausgegeben. Der Turm ist mit 293 Metern das höchste Gebäude in Bayern und der dritthöchste deutsche Fernmeldeturm nach Berlin und Frankfurt.

Die 42-jährige Nürnbergerin Kerstin stand bereits um sieben Uhr morgens in der Schlange vor dem Heimatministerium, um sich eines der begehrten Tickets zu sichern. "Als Kind war ich dreimal auf dem Fernsehturm", erzählte sie. Nun wolle sie ihn auch ihren Kindern zeigen. Bereits am Samstagmorgen waren die Karten vollständig vergriffen. Das Heimatministerium teilte mit, einige Interessierte hätten vor dem Heimatministerium die Nacht verbracht.

"Wir sind überrascht über den großen Andrang", freute sich der bayerische Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU), der die Begeisterung der Besucher gut verstehen konnte: "Nürnberg von oben is scho' aa schee." Eine Wiedereröffnung des wegen seines eiförmigen Turmkorbes auch "Nürnberger Ei" genannten Turms sei jedoch ausgeschlossen: "Dafür gibt es kein Geschäftsmodell." Um den Turm wieder zu öffnen, wäre nach Angaben des Eigentümers eine Millionensumme nötig.