Der zurückgetretene Nürnberger CSU-Landtagsabgeordnete Michael Brückner muss wegen seiner Sex-Affäre mit einer Minderjährigen und der daraus resultierenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zunächst keinen Parteiausschluss fürchten. Durch die freiwillige Abgabe seiner Ämter sei alles geschehen, was zu tun sei, sagte CSU-Sprecher Jürgen Fischer.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen erfuhr, hatte die damals 15-Jährige auf einem Online-Portal ein Inserat geschaltet. Auf eine zweite Anzeige mit "etwas zweideutigem Text" habe sich Brückner gemeldet. Der 51-Jährige hatte sich nach Angaben seiner Anwältin zwei Mal mit dem Mädchen getroffen und für dessen Dienste gezahlt. Das erste Treffen war demnach am Tag vor ihrem 16. Geburtstag. "Bei dem zweiten Treffen kam es zum Geschlechtsverkehr."

Wegen sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Dem Politiker drohen bis zu fünf Jahre Haft. Für die CSU ist es ein herber Schlag, dass das Direktmandat, das Brückner im Jahr 2013 im Nürnberger Norden errang, bis zur nächsten Landtagswahl unbesetzt bleibt. Zunächst rückt für Brückner der Ansbacher Andreas Schalk nach.

Am Freitag um 18 Uhr ist zudem auch eine außerordentliche Sitzung des CSU-Kreisverbands Nürnberg-Nord angesetzt. Dort wird auch Stadträtin Kerstin Böhm über einen möglichen Nachfolger für Brückner mitdiskutieren. Die Anwältin schließt nicht aus, selbst 2018 für den bayerischen Landtag kandidieren zu wollen.