Mehr Videoüberwachung, mehr Sicherheit in Nürnberg? Ja sagen CSU und Freie Wähler. Der sicherheitspolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, Ulrich Blaschke, will nicht die Zahl, sondern die Qualität der Überwachungskameras verbessern. Ins gleiche Horn stoßen die Grünen. Am Mittwoch sind die Überwachungskameras das Thema im Rechtsausschuss des Stadtrates.

In ihren aktuellen Anträgen fordern CSU und FW jeweils die Ausweitung der Videoüberwachung in Nürnberg. Damit könne die Aufklärung und Ahndung von Straftaten verbessert werden. Nach den Ereignissen in der Kölner Silvesternacht sei die Bevölkerung auch in Nürnberg verunsichert. Die Erhöhung der Überwachungskameras im öffentlichen Raum könne das "subjektive Sicherheitsgefühl" verbessern, schreibt CSU-Fraktionschef Sebastian Brehm in seinem Antrag. FW-Stadtrat Jürgen Dörfler fordert den Aufbau neuer Überwachungskameras insbesondere an "neuralgischen Punkten in der Innenstadt".

In der Innenstadt gibt es laut Polizei allerdings zu wenig Straftaten, um einen Ausbau der Videoüberwachung nach aktueller Rechtslage hier rechtlich rechtfertigen zu können. Derzeit überwacht die Polizei die Königstorpassage mit 14 und den Plärrer mit zwei Kameras. Außerdem gibt es noch Kameras vor dem Konsulat der Türkei.

Alle drei Videokonzepte beinhalten schwenk- und zoomfähige Videotechnik mit einer Aufzeichnung von 25 Bildern pro Sekunde. Die Überwachungsfilme werden eine Woche gespeichert. In videoüberwachten Bereichen sei die Aufklärungsquote laut Polizei deutlich höher. Beim Königstor erreicht diese sogar rund 75 Prozent. Die allgemeine Aufklärungsquote im Stadtgebiet betrug 2014 dagegen nur rund 62 Prozent. Nach Einschätzung der Polizei wirken Überwachungskameras präventiv, da ein erhöhtes Entdeckungsrisiko potenzielle Täter abschrecke. Die Polizei hat bereits im Jahr 2015 beschlossen, ihre Technik zur Videoüberwachung zu modernisieren.

Bis zum Ende des Jahres soll auch die Videoüberwachung im Hauptbahnhof der aktuellen Technik entsprechen.
Diesen Ball greift die SPD in der Debatte auf. Ulrich Blaschke, der sicherheitspolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, fordert die Stadt in seinem Gegenvorschlag dazu auf, den finanziellen Aufwand zu prüfen, um die vorhandenen Überwachungskameras insbesondere in den städtischen Verkehrsbetrieben auf den neuesten Stand zu bringen.

Alle Straßenbahn- und U-Bahn-Züge in Nürnberg sind videoüberwacht. Insgesamt sind rund 630 Kameras verbaut. Die Kamerabilder der fahrerlosen U-Bahnen der Linien U2 und U3 werden in Echtzeit übertragen. Die Polizei hat Zugriff auf diese Bilder. Lediglich in der älteren Linie U1 können die Aufnahmen nur aufgezeichnet und noch nicht direkt übertragen übertragen. Laut Stadt sei bereits geplant, die Strecken der U1 und die bestellten neuen U-Bahnzüge ebenfalls für eine Bildübertragung in Echtzeit zu ertüchtigen.