Sie kaufte Freunden teure Eintrittskarten und finanzierte einem Arbeitskollegen das Auto - doch das Geld war vom Arbeitgeber gestohlen. Wegen Betruges ist eine Buchhalterin am Mittwoch zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden.

Die Frau hatte beim Prozessauftakt Ende Oktober vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth zugegeben, 1,7 Millionen Euro vom Konto des Unternehmens, bei dem sie 21 Jahre arbeitete, auf ihr eigenes Konto geschoben zu haben. Der Vorsitzende Richter wunderte sich bei der Urteilsverkündung, dass der Betrug jahrelang unbemerkt geblieben war. "Einem Firmenchef könnte schon auffallen, wenn die Buchhalterin mit Geld um sich wirft", sagte er. Die Angeklagte habe zum Beispiel 136 Reisen gebucht und verschenkt.

Die 62-Jährige sagte, sie habe sich auf diese Weise Liebe und Anerkennung holen wollen. Ihr Mann habe einmal zu ihr gesagt, sie zum Freund zu haben, sei wie ein Sechser im Lotto. Ein Großteil des Geldes - rund 900 000 Euro - ist verschwunden. Sie habe das meiste Geld verschenkt, sagte die Frau. Sie hatte sich selbst angezeigt.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Gefängnisstrafe von sechs Jahren gefordert. Die Verteidigung plädierte auf vier Jahre, weil ein anderer Buchhalter Mittäter gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft war dieser Behauptung nachgegangen, fand dafür jedoch keine Anhaltspunkte.