Wegen Missbrauchs von Bankdaten müssen sich seit Dienstag zwei Frauen und sieben Männer vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft haben die 27 bis 47 Jahre alten Angeklagten ausgefüllte Überweisungsscheine aus Bankbriefkästen gefischt und mit den Kontodaten Überweisungsscheine gefälscht. Von den Konten der Opfer hätten sie damit schließlich Gelder auf andere Konten überwiesen, die sie zuvor mit gefälschten Ausweispapieren eröffnet hätten.

Die Staatsanwaltschaft wirft den vorwiegend aus Nordrhein-Westfalen stammenden Angeklagten Urkundenfälschung mit Betrug oder versuchtem Betrug in 273 Fällen vor. Insgesamt hätten sie auf diese Weise Bankkunden im Raum Nürnberg und in NRW um 324.000 Euro gebracht. In vielen anderen Fällen hätten dagegen Rückfragen der Banken noch rechtzeitig die Überweisung der Gelder verhindert. Dadurch sei ein Schaden von 763.000 Euro verhindert worden, berichtete ein  Gerichtssprecher. Fingerabdrücke hätten Ermittler auf die Spur der Verdächtigen gebracht.

Die Ermittlungen haben sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft extrem aufwendig gestaltet. Erst eine intensive Telefonüberwachung habe die mutmaßlichen Täter überführt. 8000 Telefongespräche seien für den Prozess relevant. Allein die Telefonprotokolle füllen nach Angaben des Gerichtssprechers 213 Aktenordner. Wegen der aufwendigen Beweisführung hat das Gericht den Prozess bis Mitte Dezember terminiert. Allein die Verlesung der 60-seitigen Anklageschrift dauerte den gesamten ersten Prozesstag. Das Verfahren soll an diesem Mittwoch fortgesetzt werden.