Am Tag nach dem Terroranschlag in Berlin mit zwölf Toten herrscht in der Nürnberger Innenstadt reges Treiben. Die Besucher strömen schon am späten Vormittag vom Hauptbahnhof Richtung Lorenzkirche und weiter Richtung Christkindlesmarkt.

"Wir müssen jetzt erst einmal zwei bis drei Tage abwarten, wie sich das auf den Besuch des Marktes auswirkt", sagte der Vorsitzende des Verbandes der Nürnberger Marktkaufleute und Schausteller, Georg Bernhard, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.


Vorfall in Berlin habe die Fakten geschaffen

Beratungen der Stadt mit der Polizei über eine mögliche Verbesserungen des Sicherheitskonzepts für den Christkindlesmarkt liefen am Vormittag noch. Vertreter von Polizei und Stadt wollten sich zu den Ergebnissen der Gespräche am Mittag äußern.

Grundsätzlich hält der Vertreter der Marktkaufleute die Todesfahrt auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz für "katastrophal". Das Schlimme sei, dass mit dem Vorfall in Berlin die Fakten geschaffen worden seien, die bisher immer nur als Befürchtung im Raum gestanden hätten. Was die Sicherheit auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt angehe, so halte er sie für sehr gut. Mit quer stehenden Polizeiwagen seien dort alle Zufahrten zum Markt mit Polizeiwagen versperrt.



Mehr Polizeipräsenz auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt

Die Polizei zeigt auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt am Tag nach dem Berliner Anschlag deutlich mehr Präsenz: Polizeiwagen stehen am späten Dienstagvormittag in den Straßen zum Hauptmarkt quer, an breiteren Stellen stehen sogar jeweils zwei größere Polizeiwagen. Manche Beamte sind sichtlich nervös. "Das ist eine heikle, brisante Lage. Ja, es sind heute mehr Autos da als Reaktion auf Berlin", sagt ein Polizist, der kurz vor dem Eingang zum Christkindlesmarkt Dienst tut. Seine Kollegen auf der anderen Seite des Marktes sind in Gedanken bei den Berliner Kollegen, die gestern Abend im Einsatz waren. "Wir sind jetzt wieder damit konfrontiert, aber wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen", sagt ein junger Beamter.

Die größere Zahl von Beamten sorgt bei vielen Besuchern des Christkindlesmarktes für gefühlt mehr Sicherheit. "Ich finde gut, dass die Polizei mehr Präsenz zeigt. Ich fühle mich sicher, sonst wäre ich nicht hier. Ich kann mich ja schlecht daheim unterm Bett verstecken", sagt Volker Wegmann, der seit einem Jahr in Nürnberg lebt und gerade einen Glühwein an einem Stand genießt.