Wie ein Polizeisprecher sagte, ist eine Veranstaltung mit dem Titel "Keine Islamschweinerei in Altdorf" mit 20 bis 50 Teilnehmern angemeldet worden. Anmelder ist ein Mann, der auch regelmäßig Demos des Pegida-Bündnisses in Nürnberg anmeldet.

Das Altdorfer Bündnis für Toleranz und Respekt habe zu einer Gegendemo aufgerufen und erwarte dazu 600 bis 800 Teilnehmer. Damit solle ein klares Zeichen gegen Pegida und für den Dialog gesetzt werden, heißt es in einem Facebook-Aufruf.

Nachdem er eine Einladung zu einer kirchlichen Veranstaltung in der Laurentiuskirche mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, bekommen hatte, hatte Bürgermeister Johann Pöllot (CSU) den Termin als "Islamschweinerei am Reformationstag" bezeichnet.

Er bedauere diese Aussage zwar, sagte Pöllot später und entschuldigte sich bei Dekan Jörg Breu, der den Termin organisiert. Grundsätzlich sei er dennoch gegen die Veranstaltung in diesem Rahmen, sagte der 64 Jahre alte Pöllot: "Ich finde die Veranstaltung nicht gut am Reformationstag, nicht nach einem Festgottesdienst und nicht in der Kirche."


Stellungnahme des 1. Bürgermeisters

Am Montag hat sich auch Erich Odörfer, der 1. Bürgermeister von Altdorf, in einer Online-Stellungnahme zu den Geschehnissen der letzten Tage in Bezug auf die Veranstaltung am Reformationstag mit dem Vortrag von Aiman Mazyek, in der Altdorfer Stadtkirche geäußert.
 
"Als 1. Bürgermeister der Stadt Altdorf bei Nürnberg und gläubiger Christ begrüße und unterstütze ich 
den Dialog zwischen den Religionen. Nachhaltig stabile und friedliche Lösungen kann es nur geben, wenn sich alle beteiligten Seiten austauschen und wiederum auch alle aufeinander zugehen. Wie man zu dem gewählten Ort und Zeitpunkt dieses Dialogs steht, muss jeder für sich selbst 
entscheiden; es gibt gute Argumente für beide Auffassungen."

Desweiteren spricht der  CSU-Politiker auch das emotionale und private Telefonat zwischen dem 3. 
Bürgermeister Dr. Pöllot (ebenfalls CSU) und Dekan Breu an. "Ich distanziere mich von geäußerten Begriffen deutlich. Diese waren falsch und nicht angebracht, weswegen sich Dr. Pöllot mittlerweile auch entschuldigte."

Abschließend schrieb Odörfer:  "Altdorf ist bunt und so soll es auch bleiben, dazu stehe ich auch in Zukunft. Deshalb werde ich wie bisher diesen Weg weitergehen. Ein Dialog zwischen den Religionen ist hier ein richtiger und wichtiger Baustein!"