Die Grippewelle in Bayern fällt aktuell besonders heftig aus - auch Nürnberg ist davon betroffen. Wie die Stadt Nürnberg am Donnerstag in einer Pressemitteilung berichtet, werden dem Gesundheitsamt seit Jahresbeginn so viele Grippefälle gemeldet wie seit Jahren nicht mehr.

Am Freitag nun teilt auch das bayerische Gesundheitsministerium mit, dass Bayern allgemein stark betroffen ist von der diesjährigen Grippesaison. Die Zahl der Erkrankungen ist inzwischen auf rund 5500 gestiegen.

Allein in der vergangenen Woche wurden rund 1600 neue Influenza-Fälle gemeldet. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) forderte Erkrankte auf, sich zunächst an ihren Hausarzt, den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns oder eine ambulante Bereitschaftspraxis zu wenden.


Bereits 16 Grippe-Tote in Bayern

In der laufenden Saison wurden bislang 16 Grippe-Tote in Bayern registriert. Davon stammen 14 Fälle aus diesem Jahr. Die meisten Grippe-Toten gab es in Nieder- und Oberbayern (jeweils fünf Fälle). Es folgen Mittelfranken und Schwaben mit jeweils zwei Fällen sowie Oberfranken und die Oberpfalz (jeweils ein Fall).

Symptome der Erkrankung sind unter anderem Fieber, Schnupfen, Husten, Gliederschmerzen, Halsweh und Abgeschlagenheit. Bei einer Grippe muss man sich unbedingt schonen, sonst kann die Krankheit lebensbedrohlich werden.
Bis Donnerstag, 2. Februar 2017, waren es in Nürnberg über 600 Fälle, während es 2016 zur gleichen Zeit 24 und 2015, einem starken Influenza Jahr, 70 Fälle waren.

Gesundheitsministerin Huml ist überzeugt: "Der Höhepunkt der Grippewelle ist noch nicht erreicht. Vielmehr rechnen Experten mit zahlreichen weiteren Fallzahlen."

Hinter jedem gemeldeten Fall steht eine Vielzahl von Fällen, in denen keine Labor-Diagnostik durchgeführt wird und deshalb auch keine Meldung an das Gesundheitsamt vorliegt.

Die Situation in den Arztpraxen und Kliniken, vor allem in den Notaufnahmen, wird in Nürnberg immer angespannter. Auch dort erkranken die Mitarbeiter und die verbliebenen Kollegen müssen sich um die vielen Erkrankten kümmern.


Grippe aktuell: Was kann man tun, um andere nicht anzustecken?

Was kann man als Erkrankter tun, um niemanden anzustecken? Nicht in die Hand niesen oder husten, sondern in ein Papiertaschentuch oder die Ellenbeuge. Benutzte Taschentücher nicht herumliegen lassen. Anderen Menschen nicht die Hand geben, sie umarmen oder küssen.

Und wie schützen sich die Gesunden vor der Krankheit?

Um nicht Grippe zu bekommen, sollten sich Gesunde häufig und ausgiebig die Hände waschen. Außerdem sollte man die Hände vom Gesicht fernhalten. Die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, ist groß, wenn man Mund oder Nase berührt, nachdem man einen Gegenstand angefasst hat, auf dem sich Krankheitserreger befinden.


Wann greift der Impfschutz und wer sollte sich impfen lassen?

Wer sich jetzt noch gegen Influenza impfen lassen möchte, muss wissen, dass es etwa 10 bis 14 Tage dauert, bis der Impfschutz aufgebaut wurde. Auch wenn die Impfung keinen vollständigen Schutz bieten kann, so schützt sie vor einem schweren Verlauf der Erkrankung.

Besonders für Menschen mit chronischen Erkrankungen, älteren Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren und medizinischem Personal wird die Impfung auch jetzt noch empfohlen. dvd/dpa