Eindeutig einen vorweihnachtlichen Schutzengel hatten 20 Bewohner eines mehrgeschossigen Hauses in der Kirschgartenstraße in St. Johannis in Nürnberg. Giftiges Kohlenmonoxid-Gas machte sich laut Angaben der Feuerwehr am Sonntagabend im Gebäude breit und verursachte einen mehrstündigen Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst.

Alle Bewohner konnten gerade noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Eine Bewohnerin kam zur Beobachtung ins Krankenhaus.


Feiner Geruchsinn von Bewohnerin verhindert tödliche Folgen in Nürnberg

Eine Bewohnerin meldete gegen 22.30 Uhr der Rettungsleitstelle einen seltsamen Geruch im Haus. Erste Messungen der herbei geeilten Feuerwehr ergaben am Einsatzort akute, dramatisch hohe Werte des giftigen und geruchlosen Gases im gesamten Haus. Folge war ein drei Stunden andauernden Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst.

Die Bewohner wurden von den Einsatzkräften in Sicherheit gebracht und kamen während der Mess- und Lüftungsmaßnahmen in einem an die Einsatzstelle alarmierten VAG-Bus unter, der Schutz vor den frostigen Nachttemperaturen bot.

Nur der Aufmerksamkeit der Anruferin ist es zu verdanken, dass alle Bewohner zwar mit einem Schrecken, ansonsten aber weitestgehend unversehrt gegen 1.30 Uhr wieder zurück in ihre gut gelüfteten und durch Gas-Messungen überprüften Wohnungen konnten.

Bei der Rekonstruktion des Geschehens kamen die Ermittler des Fachkommissariats der Nürnberger Kripo in Abstimmung mit dem Bayerischen Landeskriminalamt sowie der Landesinnung für das Bayerische Kaminkehrerhandwerk zu dem Schluss, dass durch geringfügige Funktionsfehler des Brenners der Zentralheizungsanlage es letztlich zu einem Abfallen des ordnungsgemäß eingebauten Abgasrohres gekommen war.

In der Folge konnten sich die Verbrennungsabgase vom Keller aus über das gesamte Haus verbreiten. Somit muss die Gefährdung der Hausbewohner für den Fall, dass der Gasaustritt nicht bemerkt worden wäre, als erheblich bezeichnet werden. Zwischenzeitlich konnte eine solche Gefahr durch Befestigungsmaßnahmen bei der erneuten Anbringung des Abgasrohres ausgeschlossen werden.



Kohlenmonoxid an sich ist geruchslos. Weiteren, mit dem Geruchsinn wahrnehmbaren Verbrennungsgasen ist es zu verdanken, dass der Gasaustritt bemerkt wurde und so über Nacht niemand im Haus zu Schaden kam.

Die Berufsfeuerwehr Nürnberg war mit neun Einsatzfahrzeugen und rund 30 Kräften im Einsatz.