Abgeknickte Bäume blockierten Straßen, herabfallende Äste beschädigten Autos und Gebäude. Zudem verfingen sich Bäume in der Oberleitung der Bahn und lösten Kurzschlüsse aus. Insgesamt rückte die Feuerwehr in Nürnberg und im Umland zu 160 wetterbedingten Einsätzen aus. Die Gewitterfront zog nach drei Stunden weiter. Verletzt wurde niemand. Die Höhe des Schadens war zunächst unklar.


Schäden auch weiter nördlich

Die durch Tief "Zeynep" ausgelösten Unwetter führten auch in anderen Teilen Deutschlands zu Feuerwehreinsätzen und Schäden: Auf einer vereisten Autobahn in Schleswig-Holstein krachten in der Nacht zum Freitag neun Fahrzeuge ineinander. Vier Menschen wurden nach der Karambolage nahe Rendsburg von Ärzten versorgt. "Nach einem starken Hagelschauer war die Fahrbahn innerhalb kurzer Zeit vereist und spiegelglatt", sagte ein Polizeisprecher am frühen Freitagmorgen.

In Hessen tobte das Gewitter vor allem über Fulda. Die Wucht der Wassermassen war so stark, dass Gullideckel herausgedrückt wurden. Auch die Bahnhofshalle stand am Donnerstagabend unter Wasser. Die Feuerwehr rückte zu 30 Unwettereinsätzen aus. Die Retter pumpten etliche geflutete Keller leer, wie die Polizei mitteilte. Nach rund einer Stunde zog die Gewitterfront weiter. Es gab keine Verletzten.

Zuvor war Tief "Zeynep" über Frankreich gezogen. Nordöstlich von Toulouse wurde eine Camperin getötet, als ein Baum auf ihren Wohnwagen fiel. In Biras westlich von Bordeaux kam eine 63-Jährige beim Einsturz eines Scheunendachs ums Leben. Im Südwesten des Landes waren mehr als 50.000 Haushalte vorübergehend ohne Strom. In Paris ließ die Stadtverwaltung vorsorglich Parks und Friedhöfe schließen.

Am Wochenende sollen die Gewitter endgültig abgezogen sein. Dann werde bestes Ausflugswetter mit einem Mix aus Sonne und Wolken bei angenehmen Temperaturen um 25 Grad herrschen. Am Sonntagnachmittag sei aber im Süden und in den Mittelgebirgen ein Blick in den Himmel ratsam, sagte Herold. Dort könnten sich wieder Gewitterwolken zusammenbrauen.