Sie hätten "geschockt über das Ausmaß des Schadens, aber auch fasziniert" von der Helligkeit und der Weite des Kirchenraumes reagiert, sagte der Koordinator für den Wiederaufbau, Georg Rieger, am Montag.

Nach dem Sonntagsgottesdienst sei man in die inzwischen vom Schutt leer geräumte Kirche gegangen. Seit dem Unglück feiert die einzige evangelisch-reformierten Gemeinde in der gegenüberliegenden katholischen Kirche St. Klara.

Die Gemeinde werde sich in den kommenden Wochen Gedanken darüber machen, ob die Kirche in Zukunft anders genutzt werden soll. Bisher diente sie nur für Gottesdienste und Konzerte. Im Gespräch sei nun ein diakonisches Engagement der Gemeinde unweit des Hauptbahnhofs. Ein erstes Gespräch mit dem Leiter des Sozialreferats in Nürnberg habe bereits stattgefunden. "Wir wollen die Kirche flexibler nutzen können", sagte Rieger. Workshops sind daher geplant.

100.000 Euro Spendengelder eingegangen

Unvermindert hält die Solidarität für die St. Marthagemeinde an, berichtet Rieger. Inzwischen seien 100.000 Euro Spendengelder für die Gemeinde eingegangen. Wie sie verwendet werden, wisse man noch nicht. Wiederaufbau der Kirche und der Ersatz des Inventars seien über Versicherungen abgedeckt. Es könnten aber auf die Gemeinde noch unvorhersehbare Kosten zukommen.

Einen Zeitplan für den Wiederaufbau und die Höhe der Kosten konnte Architekt Udo Zeiser am Montag nicht nennen. Zunächst müssten die Schäden am Sandstein und an den Säulen festgestellt werden. Bis Dezember soll die Kirche ein Notdach bekommen, kündigte er an.

Die Ursache für den Brand der St. Marthakirche in der Nacht auf den 6. Juni ist nach Angaben Riegers weiter nicht bekannt. Die Kirche aus dem 14. Jahrhundert brannte bis auf die Grundmauern nieder.