Ein Zugbegleiter hatte gegen 17 Uhr die Bundespolizei benachrichtigt, dass im Regionalexpress von Bamberg nach Nürnberg ein Reisender ohne Ticket und Bargeld saß. Nach Ankunft des Zuges am Nürnberger Hauptbahnhof kontrollierten die Beamten den Fahrgast.

Die Polizisten staunten nicht schlecht, als der Mann angab, ein Kardinal aus Sao Paulo zu sein. Evidente Verstöße gegen das achte Gebot ließen das Behauptete freilich als äußerst zweifelhaft erscheinen. Die Beamten stellten auch schnell fest, dass es sich nicht um einen ranghohen Geistlichen aus Brasilien, sondern um einen 66-jährigen Wohnsitzlosen handelte.

Nachdem ihn die Beamten deutlich auf himmelsbefohlene Pflichten und die Unvereinbarkeit seines Tuns mit gottgefälligem Leben hingewiesen hatten, leiteten sie gegen den Mann in Kardinalsrobe ein profanes Ermittlungsverfahren wegen irdischen Erschleichens von Leistungen ein. pol