Mit einem Cocktail in der Hand lässt sich Michael Hupe in die Sonnenliege fallen. Der Chef des Nürnberger Flughafens hat allen Grund zum Feiern. "Wir haben eine Rekordzunahme an neuen Zielen", freut sich Hupe und verweist allein auf 13 neue Destinationen im aktuellen Sommerflugplan. "Im Jahr 2017 gibt es ab Nürnberg so viele neue Nonstop-Verbindungen wie noch nie", sagt Hupe bei der Präsentation der neuen Verbindungen beispielsweise nach Athen, Madrid, Porto und Reykjavik am Donnerstag in Nürnberg stolz. "Wir sind das Tor zur Welt für die Metropolregion Nürnberg und verbinden unsere Heimat nonstop mit den schönsten Stränden rund ums Mittelmeer, den Kanaren und den Balearen, genauso mit den aufregendsten Metropolen Europas."

Der Nürnberger Flughafen ist zuletzt durch schwere Zeiten gegangen. Die Turbulenzen ausgelöst hatte insbesondere der Sinkflug der strauchelnden Fluggesellschaft Air Berlin, die die fränkische Start- und Landebahn einst als Drehkreuz nutzte und zum Höhepunkt, kurz vor der Lehmann-Pleite im Jahr 2008, jährlich für bis zu fünf Millionen Passagiere sorgte. Hupe hat 2013 den Steuerknüppel im Cockpit der Flughafengesellschaft übernommen, die zu gleichen Teilen dem Freistaat und der Frankenmetropole gehört. Mit neuem Namen will der "Albrecht Dürer Airport" seit Ende 2014 wieder steil in die Zukunft abheben.


Insgesamt 63 Nonstop-Ziele ab Nürnberg

Neben den neuen Destinationen freut sich Hupe besonders darüber, dass die irische Billigfluglinie Ryanair die bereits im Winter erfolgreich gestarteten Verbindungen nach Rom, Mailand, Budapest, Malta und Manchester auch im Sommer fortführt. Apropos Ryanair: Für den kommenden Winterflugplan habe die Airline aus Dublin bereits neue Verbindungen nach Krakau und Vilnius ab Nürnberg fest zugesagt. Die Gesellschaft Germania wolle neue Direktflüge nach Tel Aviv anbieten. Insgesamt steigt damit die Zahl der Direktverbindungen am Airport Nürnberg auf genau 63 Nonstop-Ziele. "Damit bekommen wir in diesem Jahr eine Million zusätzliche Sitzplätze", sagt Hupe und kündigt an, alles daran setzen zu wollen, das zusätzliche Platzangebot an den Mann bringen zu wollen, damit die Airlines die neuen Angebote auch in der Zukunft weiterhin anbieten werden.
Der neue Wachstumskurs am Flughafen Nürnberg dürfte sich auch in den Geschäftszahlen widerspiegeln. Hupe hat bereits angedeutet, dass der Dürer-Airport das vergangene Geschäftsjahr mit einem deutlichen Wachstum habe abschließen können. In allen Monaten habe der Flughafen "ein deutliches Plus zum Vorjahr" verzeichnen können. Offiziell werden die Zahlen des vergangenen Jahres aber erst im April bekannt gegeben. Dank des aktuellen Beteiligungsberichtes der Stadt Nürnberg ist kürzlich bereits publik geworden, dass sich Hupe über einen deutlichen Lohnzuwachs in Höhe von 22 Prozent freuen darf. Daran lässt sich der Aufwärtstrend am Albrecht Dürer Flughafen ebenfalls deutlich ermessen.


Mehr Wachstum durch Nordeuropa

Auch wenn sich Hupe am Donnerstag einen Cocktail im Sonnenstuhl gegönnt hat. Ausruhen will sich der Airport auf den aktuellen Rekordzahlen nach der Talfahrt nicht. Weitere Wachstumschancen sieht der Airport besonders in neuen Nonstop-Verbindungen nach Nordeuropa. In die skandinavischen Länder gibt es ab Nürnberg derzeit noch keine Direktflüge.
Von Nürnberg aus starten im Jahr 2017 die Flieger nach Madrid, Palermo, Verona, Porto, Bari, Paphos, Adana, Reykjavik/Keflavik, Athen, Birmingham, Belgrad, Tuzla und Kiew.

Das beliebteste Ziel im Sommer 2017 ist Palma de Mallorca. Vier Fluggesellschaften fliegen wöchentlich 34 mal dorthin. Auch für Antalya, Kreta, Hurghada, Rhodos und Fuerteventura gibt es umfangreiche Angebote.

Täglich 30 mal starten laut Sommerflugplan von Nürnberg aus Flieger zu den neun großen europäischen Drehkreuzen München, Berlin, Amsterdam, Frankfurt, Düsseldorf, Zürich, Istanbul, Brüssel und Paris. Viermal täglich geht es nonstop nach Italien. Dazu 25 mal pro Woche nach Osteuropa und zehnmal wöchtenlich auf die Kanaren.