Nürnberg (epd). Ein weiterer Hungerstreik der protestierender Asylbewerber in Nürnberg ist am Samstag wieder wahrscheinlich geworden. Das Gespräch zwischen dem Präsidenten des Amtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt, Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) und 22 Flüchtlingen endete ohne Ergebnis. Die Männer und Frauen aus Äthiopien, Afghanistan und dem Iran zeigten sich nach dem dreistündigen Austausch tief enttäuscht und kündigten an, noch am Wochenende über weitere Proteste entscheiden zu wollen.

Die Flüchtlinge hatten sich zuvor in einem fünftägigen Hungerstreik befunden. Mit der Aktion wollten sie die Anerkennung ihrer Asylanträge durchsetzten. Sie kritisierten in den vergangenen Wochen immer wieder die unwürdigen Bedingungen in den Flüchtlingsunterkünften. Darüber hinaus setzen sie sich für die Abschaffung der Residenzpflicht, sowie die Beschleunigung von Asylverfahren ein.

Schmidt sagte nach dem Gespräch, es sei klar gewesen, dass man mit den Flüchtlingen nicht verhandeln werde. "Die Erwartungshaltung der Asylbewerber war aber offensichtlich eine andere gewesen. Auch Maly erklärte, die Erwartungen der Asylbewerber an das Gespräch seien möglicherweise zu hoch gewesen. "Wer dachte, er kann hier mit einem Aufenthaltstitel herausgehen, lag falsch", stellte der Oberbürgermeister klar. "Es kann einen Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit geben", so der OB ein. Ein Rechtsstaat dürfe dennoch nicht erpressbar sein. Maly kündigte aber an, sich für eine Verbesserung des Asylrechts einzusetzen.

Naquib Hakimi, der Sprecher der Asylbewerber sagte, "wir sind ohne Hoffnung, weil wir gemerkt haben, dass Maly und Schmidt Gesetze wichtiger sind als Menschen." Den Protest im Guten zu beenden sei "vergeigt" worden, meinte Alexander Thal vom Bayerischen Flüchtlingsrat. "Maly und Schmidt sind den Flüchtlingen innerhalb des geltenden Rechts keinen Millimeter entgegengekommen.