Doch heute sieht er sich als Trainer, der im Hintergrund agiert und seine Mannschaft zu Höchstleistungen antreibt. Eines seiner effizientesten Trainingsmittel: das Mobiltelefon. Führungskräfte können Gulden nach eigenem Bekunden jederzeit anrufen - "genauso wie ich sie rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche anrufe".

Der Norweger entspricht mit seiner lässig-ruhigen, zurückgenommenen Art so gar nicht dem Klischee des Anzug tragenden, machtbesessenen Vorstandsvorsitzenden eines internationalen Konzerns. Statt seine Führungskräfte an der engen Leine zu halten, überträgt er ihnen viel Verantwortung. Im Gegenzug muss das Management dann aber auch liefern, denn Guldens Ansprüche sind hoch - auch an sich selbst.

Mit Funktionalität punkten

Der Vertriebsspezialist gilt als harter, akribischer Arbeiter. Nach inzwischen mehr als drei schmerzhaften Jahren mit einem tiefgreifenden Umbau will er den weltweit drittgrößten Sportartikelhersteller aus dem fränkischen Herzogenaurach unbedingt wieder auf die Erfolgsspur führen. Dafür setzt er nicht länger auf hippe Lifestyle-Klamotten, sondern auf funktionale Sportprodukte. Die jetzt herauskommende Frühjahrs- und Sommerkollektion ist die erste, die unter seiner Führung entstanden ist.

Gulden kommt aus der Welt des Sports, auch wenn er nach seinem frühen Ausscheiden aus dem Profi-Fußball - als junger Mann kickte er beim 1. FC Nürnberg - als Konsumgüterspezialist Karriere machte. Trotz der lädierten Knochen braucht der bald 50 Jahre alte Vater von drei Kindern noch immer viel Bewegung. Ein Hotel ohne erstklassiges Fitness-Studio kommt für ihn deshalb prinzipiell nicht in Frage.