Die 41. Ausgabe, die unter dem Motto "Sounds of Islands" den Klang von Inseln in den Mittelpunkt gestellt hatte, stand nach den jüngsten Anschlägen auch unter dem Zeichen verstärkter Sicherheitsvorkehrungen. Für die Sicherheitskräfte zog der amtierende Polizeiführer und stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Mitte, Andreas Belger, diese vorläufige Bilanz:

"Insgesamt verlief das Bardentreffen 2016 aus polizeilicher Sicht friedlich und störungsfrei. Hinsichtlich der verstärkten Polizeipräsenz und der errichteten Fahrzeugsperren erhielten wir von zahlreichen Festivalbesuchern ein positives Feedback. Auch die stichprobenartig durchgeführten Taschenkontrollen stießen bei den Betroffenen auf großes Verständnis. Zu nennenswerten sicherheitsrelevanten Vorkommnissen, die von den üblichen Festivalverläufen der vergangenen Jahre abweichen würden, kam es bislang nicht."

Star des Festivals, das Nürnbergs Altstadt drei Tage in eine singende und klingende Weltmusikstadt verwandelte und am Sonntagabend mit Konzerten der Electro-Folk-Fee Eivor von den Faröer Inseln und der kolumbianischen Live-Sensation La-33 zu Ende ging, war in diesem Jahr nach Ansicht der Veranstalter aus dem städtischen Kulturreferat eindeutig das Publikum, das sich in diesen Tagen klar zu Lebensfreude und Weltoffenheit bekannte und wie gewohnt zu diesem deutschlandweit einmaligen Festival strömte. Am Ende werden rund 185.000 Besucher aus der Region und ganz Deutschland zu Gast gewesen sein.


So etwas bekommt München nicht hin

Zu den eingeladenen Künstlern zählten unter anderem der Berliner Großstadt-Poet Funny van Dannen, Deutschrock-Größe Wolf Maahn, der Hitparadenstürmer Bombino aus Niger, Österreichs derzeit führender Liederschreiber Ernst Molden und die chilenische Rap-Queen Ana Tijoux. Es war überhaupt vor allem ein Fest der Frauenstimmen in diesem Jahr: Die kämpferische Reggae-Prinzessin Mo'Kalamity lockerte mit ihren politisch zugespitzen Songs gleich zu Beginn auf dem Hauptmarkt sämtliche Anspannungen, der marokkanische Superstar Oum verzauberte mit ihrer orientalischen Eleganz das Publikum, ebenso wie die wunderbare kanadische Songpoetin Alejandra Ribera und die kapverdische Sängerin Elida Almeida, die ernsten Texten mit bemerkenswerter Lockerheit auffing.

Im Gedächtnis bleiben aber auch die vitalen Auftritte von Highlife-Legende Pat Thomas aus Ghana und Mundartsänger Hannes Ringlstetter aus Niederbayern, der auf dem Sebalder Platz die Massen anzog und mit Jubel bedacht wurde. Ringlstetter ist wie viele andere Musiker, die aus allen Erdteilen anreisten, von der besonderen Atmosphäre des Bardentreffens begeistert: "Ein Festival dieser sehr besonderen Art bekommt zum Beispiel München nicht hin."

Neben den insgesamt 97 Konzerten an drei Tagen war wiederum eine Ausweitung der Straßenmusik-Zone zu beobachten: Längst postieren sich Hunderte von Solisten und Gruppen, Amateure und Profis nicht nur mehr auf den Straßen und Wegen zwischen den neun offiziellen Konzertbühnen, sondern in der ganzen Altstadt. Für viele Besucherinnen und Besucher gehören diese Straßenkünstler längst zum unverwechselbaren Profil des Bardentreffens.


Termin für Bardentreffen 2017 steht bereits fest

Zufrieden sind die Veranstalter wieder mit der Resonanz auf die erheblich ausgeweitete Konzertgesprächsreihe "Zugabe!" und die erstmalig durchgeführten Salsa-Workshops am Samstagabend. Auch das Heilig-Geist-Haus als neuer Festivalknotenpunkt habe Potenzial.

Erneut stark zugenommen hat die Nutzung der Informationsangebote via Internet. Von Freitag, dem Beginn des Festivals, bis zum Sonntagnachmittag (Stand 15 Uhr) haben 62.000 Personen www.bardentreffen.de besucht. Allein die Programmseite wurde 144.000 Mal aufgerufen. Der Festival-Medienpartner, der Bayerische Rundfunk, sendet in seinem Hörfunkprogramm Bayern2 in der Sendung "radioMitschnitt" am 7. und 14. August, jeweils von 21:00 Uhr bis 22:00 Uhr, Übertragungen vom diesjährigen Festival. Das 42. Bardentreffen findet vom 28. bis 30. Juli 2017 statt.