Ein Milchkuhhalter aus dem Nürnberger Stadtteil Großgründlach rief gegen 16:30 Uhr an und teilte mit, dass ihm zwei seiner Kühe beim Verladen ausgebüxt seien. Sie liefen nun über die Felder in Richtung Autobahn (A73).

Die zuerst eintreffende Streife der PI Nürnberg-West versuchte zunächst mit dem Besitzer und etlichen Bürgern, die Kühe in Richtung ihres Stalles zu treiben. Die dachten aber gar nicht daran, den Zeichen und Weisungen der Polizeibeamten Folge zu leisten, sondern liefern munter zunächst in Richtung Bahngleise. Deshalb veranlasste die Polizeieinsatzzentrale über die Deutsche Bahn, dass Züge in diesem Bereich langsamer und auf Sicht fahren.

Eine weitere Verfolgung der Kühe gestaltete sich sehr schwierig. Zu Fuß war dies überhaupt nicht möglich, da das Getier mit außergewöhnlich hohem Tempo unterwegs war. Zeitweise verlor man die Kühe wegen der inzwischen herrschenden Dunkelheit aus den Augen.

Nach gut einer Stunde teilte ein Kraftfahrer mit, er habe die Kühe westlich der Sacker Straße gesehen. Sie liefen noch immer mit hohem Tempo in Richtung BAB 73. Deshalb wurde dieser Bereich mit Streifen gesichert, so dass eine Gefährdung der Kraftfahrer dort ausgeschlossen werden konnte.

Nachdem weitere Fangversuche gescheitert waren, blieb nur die Möglichkeit, die Tiere zu erschießen. Dazu wurden Beamte der Spezialeinheiten mit Spezialgewehren alarmiert. Gegen 18 Uhr erlegte man die Kühe mit gezielten Schüssen. Der Einsatz eines Betäubungsgewehres wurde zuvor geprüft. Er war letztlich aber nicht möglich.

Der Milchkuhhalter kümmerte sich um die Beseitigung der beiden Tierkadaver. Nach Erkenntnissen der Polizei wurde durch die "Stampede" niemand gefährdet oder gar verletzt. pol