Der seit Jahrzehnten umstrittene Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg hat eine wichtige Hürde genommen. Die Regierung von Mittelfranken übergab der Stadt am Freitag den Planfeststellungsbeschluss und genehmigte damit das Großprojekt. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach von einem großen Tag für die Region - die Vergrößerung des Frankenschnellwegs sei das wichtigste kommunale Verkehrsprojekt in Nordbayern. Der Lückenschluss der Autobahn 73 soll ein Nadelöhr in der Nürnberger Innenstadt beseitigen.

Knapp 450 Millionen Euro kostet der Bau, mit dem 2015 begonnen werden soll. Vom Land kommen dabei 395 Millionen. Ein Menge Geld, das Finanzminister Markus Söder (CSU) für seine Heimatstadt ausgibt: "Wenn ein Projekt von dieser Größe stattfindet, dann muss es wuchtig und vernünftig finanziert werden", erklärt er. Der Ausbau bedeute einerseits weniger Stau für die Autofahrer. Auf der anderen Seite werde der Lärm dank eines Tunnels und Lärmschutzwällen für die Anwohner verringert.

Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) erwartet durch das Projekt eine Entlastung für den Verkehr im gesamten Stadtgebiet: "Der Planfeststellungsbeschluss ist ein ganz wichtiger Schritt, dass dieses Verkehrsärgernis in absehbarer Zeit beseitigt werden kann." Die Politiker fürchten allerdings die Ausbaugegner, die noch mehr Verkehr erwarten und das Projekt mit Klagen zumindest verzögern könnten. "Es ist damit zu rechnen, dass es Klagen geben wird", sagte ein Stadtsprecher.

Auch die Nürnberger Grünen kritisieren die Pläne. Eine geschlossene Stadtautobahn sei keine Kreis-, sondern schon eine Bundesstraße. Deswegen müsse sie auch ausschließlich von Bund und Land bezahlt werden. Auch "die unabsehbaren Folgekosten für den Unterhalt in Millionenhöhe müssen durch den Bund getragen werden und dürfen nicht dazu führen, dass die Stadt Nürnberg langfristig geknebelt wird", sagte Kreisschatzmeister Elmar Hayn. dpa