Dem Landrat ist daran gelegen, dass die Wertschöpfung aus möglichen Windkraftanlagen in der Region bleibt. Das wäre durch "Bürgerwindräder" denkbar. In der Sitzung des Kreisausschusses am Montag sicherte Christian Meißner (CSU) zu, sich hierfür einzusetzen: "Daran werde ich arbeiten."

Otto Schuhmann (SPD) hatte positive Beispiele angeführt, wo es gelungen sei, dass das Geld auch am Ort bleibe. "Es kommt nur auf die Initiative an", sagte er und regte dazu auch eine Informationsfahrt für die Kreisräte an. Meißner erwiderte, er habe höchstes Interesse daran, dass die Menschen hier auch etwas davon haben, wenn schon Windräder kommen. "Energiewende kann nicht nur ein Wort sein", betonte der Landrat. Er spüre hierzu bei den Bürgern eine große Akzeptanz.


Noch viel Planungsbedarf



Gleichzeitig machte Meißner auch deutlich, dass über manches noch gesprochen werden müsse. Unter den vergangene Woche vom Planungsverband Oberfranken-West vorgelegten Vorrangflächen im Landkreis seien welche, die er für äußerst heikel halte. Andererseits vertrat er die Auffassung, ein "einfaches" Landschaftsschutzgebiet - was bislang ausgespart blieb - sollte als Standort einer Windkraftanlage auch möglich sein.

Georg Vonbrunn (Junge Wähler Union), Kreisrat und Bürgermeister der Gemeinde Altenkunstadt, warf ein, dass auch Vertreter der Jagd angehört werden müssten, und ließ durchblicken, dass von dieser Seite eine kritische Haltung zu erwarten sei. Meißner fasste zusammen, die Windkraft sei ein Thema, das die Menschen bewegt - und nicht nur im zustimmenden Sinne.

Nur drei der elf Kommunen des Landkreises Lichtenfels haben in ihrer Gemarkung keine als Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesene Fläche (Marktgraitz, Marktzeuln und Redwitz). Die öffentliche Anhörung zu den Vorranggebieten hat Ende März begonnen. Die Pläne werden in den Landkreisen und Kommunen ausgelegt beziehungsweise sollen Interessierten im Internet unter www.oberfranken-west.de einsehbar gemacht werden. Ende Juli endet die Anhörungsfrist, danach werden die eingegangenen Stellungnahmen ausgewertet und es steht ein Beschluss darüber an.


Hackschnitzel-Heizung



Für eine zukunftsfähige Energieform entschieden sich die im Kreisausschuss vertretenen Kreisräte auch bei der Abstimmung für eine neue Heizungsanlage im Kreisbauhof Bad Staffelstein. Einhellig gaben sie grünes Licht für den Einbau einer Anlage, die mit dem im Kreisbauhof anfallenden Hackgut - 135 Tonnen im Jahr - befeuert wird. Dazu wird es nötig sein, dass ein Zwischenlager für die Hackschnitzel gebaut wird. Die Kosten belaufen sich nach Angaben der Verwaltung auf rund 152.000 Euro.

Bereits im Oktober hatte der Kreisausschuss seinen Willen bekundet, eine solche Heizungsanlage für den Kreisbauhof vorzusehen. Die Kosten standen damals aber noch nicht fest. Bisher wurden die Räume des Kreisbauhofes - Büro und Werkstatt - mit einem Gaskessel beheizt beziehungsweise mit Warmwasser versorgt. Die dortigen Wohnungen wurden mit einem zweiten Gaskessel versorgt, der jedoch irreparabel defekt war und noch vor dem Winter ausgetauscht werden musste. Er wurde so eingebaut, dass er in das Konzept einer Hackschnitzelheizungsanlage passt und für Spitzenlasten oder Notfälle Sicherheit bietet.