Der Badesee ist in den Sommermonaten ein Ort, an dem viele Menschen gern entspannen. Die naturbelassenen Ufer und die gute Wasserqualität zeichnen den See aus. Ob das Bad jedoch in diesem Sommer geöffnet werden kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt fraglich. Die Gemeinde, der das Naturbad gehört, sucht dringend Menschen, die sich als Badeaufsicht zur Verfügung stellen. Ohne ein solches "Baywatch"-Team ist ein Badebetrieb aus Sicherheitsgründen nicht möglich.

Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) wandte deshalb ein ungewöhnliches Mittel an: Im Gemeindeanzeiger "Ebensfelder Nachrichten" kündigte er an, dass er das Naturbad in der Saison 2019 nicht öffnen könne, wenn es nicht gelinge, Badeaufsichten zu finden. Er bietet an: "Egal ob Jung oder Alt - wir bilden Sie zum Rettungsschwimmer aus."

Je mehr Leute, desto besser

Um einen Schichtbetrieb am Badesee zu gewährleisten, sei es wichtig, möglichst viele freiwillige Helfer zu haben, "je mehr es sind, desto besser", sagt der Bürgermeister auf Anfrage der Redaktion. In den vergangenen Jahren sei immer wieder das Problem aufgetreten, dass der Badebetrieb beinahe wegen fehlendem Aufsichtspersonal hätte eingestellt werden müssen. Nun werde die Situation jedoch akut, weil Platzwart Manfred Kasper die Badeaufsicht aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr übernehmen kann.

Aber wie sieht der Dienst aus? Das Naturbad ist alljährlich von Anfang Mai bis Ende August bei schönem Wetter geöffnet. Vom späten Vormittag bis in die Abendstunden achten die Badeaufsichten darauf, dass keinem Schwimmer etwas passiert. Für den Dienst am Badesee gibt es ein kleines Entgelt.

Bewerben kann sich jeder, der volljährig ist. "Sie oder er sollte sich fit fühlen", sagt Bernhard Storath. "Die Aufsichten müssen Rettungsschwimmer sein", fügt er hinzu, "die gesamten Ausbildungskosten trägt die Gemeinde."

Schild aufstellen genügt nicht

Der Badebetrieb "steht und fällt mit der Aufsicht", ergänzt der Bürgermeister. "Wir können schließlich kein Schild mit der Aufschrift Baden auf eigene Gefahr aufstellen - das geht nicht." Wenn der jüngste Aufruf im Gemeindeanzeiger keinen Erfolg bringe, müsse überlegt werden, ob eine feste Stelle eingerichtet wird, erklärt Storath.

"Das ist eine verantwortungsvolle Aufgabe", sagt Florian Gehringer, der Vorsitzende der Ebensfelder Wasserwacht. "Wir leisten jetzt schon an den Wochenenden ehrenamtlich Dienst am Badesee, um die Gemeinde zu unterstützen", ergänzt er. Natürlich habe er sich schon bei den Wasserwacht-Mitgliedern umgehört. Die meisten, sagt er, seien beruflich oder familiär leider zu stark eingebunden, um einen zusätzlichen Dienst übernehmen zu können.

Bei der Badeaufsicht geht es nicht um das Dasein alleine; hierbei übernimmt jemand Verantwortung über Leben und Tod. Das ist bereits an der Ausbildung ablesbar: Wer das Rettungsschwimmerabzeichen in Silber erwerben möchte, sagt Florian Gehringer, der braucht einen Erste-Hilfe-Kurs mit acht Unterrichtseinheiten zu jeweils 45 Minuten. Der eigentliche Rettungsschwimmerkurs umfasst weitere 16 Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten.