Obwohl in Marktgraitz kein Gegner für Jochen Partheymüller um das Bürgermeisteramt antritt, tritt er im Wahlkampf nun doch auf. Sein Gegner: Simon Ehnes, Bürgermeisterkandidat der SPD für die Nachbargemeinde Redwitz.

In einer Wahlveranstaltung in der vergangenen Woche war auch das Thema aufgekommen, dass eine Zweifachturnhalle und eventuell sogar ein Schwimmbad in Redwitz gebaut werden könnte, falls Ehnes das Amt erringen kann. Diese Aussage stieß dem Marktgraitzer Bürgermeister sauer auf, schließlich nutzt der Schulverband Redwitz auch die Halle in Marktgraitz.

Marktgraitz ist gegen die Halle

Gegenüber unserer Zeitung gab Jochen Partheymüller zu Protokoll: "Durch beide vorgenannte Sportstätten (die Einfachturnhalle in Redwitz und die 1995 generalsanierte Einfachturnhalle in Marktgraitz, Anm. d. Red.) ist der Bedarf an schulsportlichen Turnhallen im Schulverband gedeckt. Ebenso ist hier der Bedarf an Schwimmsportstätten durch das Lehrschwimmbad Marktgraitz gedeckt. Nach dem Neubau einer Zweifachturnhalle in Redwitz wäre die Turnhalle in Marktgraitz für den Schulsport überflüssig. Die Marktgraitzer Turnhalle wurde jedoch vor nicht all zu langer Zeit mit öffentlichen Geldern (Steuergeldern) und Mitteln des Schulverbandes - also auch mit Geldern aus Redwitz - generalsaniert. Neben dem möglichen Wegfall der Mieteinnahmen aus dem Schulverband wäre die Marktgemeinde Marktgraitz durch die Pflichtkosten-Beteiligungen wie zum Beispiel der dann fälligen Kostenmiete dann auch noch an der Finanzierung dieser unnötigen Zweifachturnhalle in Redwitz beteiligt - also doppelt 'beschissen'."

Ehnes wünscht sich Gespräch

Simon Ehnes war über die Stellungnahme von Jochen Partheymüller erstaunt: "Ich frage mich, warum er nicht direkt auf mich zugekommen ist." Er sagte, dass bei der Redwitzer Halle Handlungsbedarf bestehe, denn die über 50 Jahre alte Halle müsse dringend saniert werden. Außerdem sei im Gespräch mit den örtlichen Sportvereinen aufgekommen, dass die Halle zu wenig Platz biete.

"Ich verstehe nicht, warum es bisher nicht zum Gespräch zwischen Marktgraitz und den Vereinen aus Redwitz gekommen ist." Vielleicht finde man einen Kompromiss, so dass die Redwitzer Sportvereine auch in der Halle in Marktgraitz trainieren können.

Durch das Platzproblem sei er überhaupt erst auf die Idee gekommen, dass eine Zweifachhalle gebaut werden könnte. "Wenn wir ein paar Jahre sparen und ein entsprechendenes Finanzierungskonzept ausgearbeitet haben, könnte man über einen Neubau sprechen."

"Die Überlegungen, neben dem 1,5 Kilometer entfernten Lehrschwimmbad eventuell auch noch eine neue Schwimmhalle zu bauen, sind aus den vor genannten Gründen geradezu Nonsens", sagt Jochen Partheymüller.

Hallenbadvorschlag aus Publikum

Simon Ehnes ist wichtig klarzustellen, dass die Idee eines Schwimmbades für Redwitz aus dem Publikum kam und seiner Meinung nach auch nicht ganz Ernst gemeint war. Trotzdem wollte er in der Wahlveranstaltung nicht "Nein" sagen, bevor er mit Vertretern der Wasserwacht gesprochen hatte. Da er dies nun getan habe, könne er ausschließen, dass ein Hallenbad in Redwitz nötig ist.

Partheymüller hat eine klare Meinung zu beiden Projekten: "Sowohl der Bau einer Zweifachturnhalle als auch der Bau einer Schwimmhalle in Redwitz sind unnötig und würden somit die Verschwendung von Steuergeldern bedeuten. Für die Marktgemeinde Marktgraitz würde dies zudem massive finanzielle Verluste bedeuten und die Solidargemeinschaft, die der Schulverband bislang darstellt, in ihren Grundfesten erschüttern. Aus Marktgraitzer Sicht kann es zu solchen Vorhaben keine Zustimmung geben."

Simon Ehnes war etwas überrascht von den klaren Worten und beteuert: "Solange ich noch nicht Bürgermeister bin, habe ich nicht den vollen Einblick in den gemeinsamen Finanzhaushalt. Ich denke, man sollte sich zusammensetzen und über die Themen sprechen."