Feuerwehr, Polizei, Bayerische Rotes Kreuz (BRK), Straßensperrungen, privater Sicherheitsdienst - mit diesen Mitteln sorgt die Stadt Lichtenfels für die Sicherheit auf dem Korbmarkt.

"Bis vor drei Jahren hat sie niemand Gedanken über Straßensperrungen gemacht", sagt der Lichtenfelser Citymanager, Steffen Hofmann. Denn seit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz (19. Dezember 2016) müssen Veranstaltungen in Deutschland besonders gesichert werden - auch der Korbmarkt in Lichtenfels. "Es gehört eben dazu, gewappnet zu sein", sagt Hofmann.

"Die Haupteingangsstraßen werden mit Autos versperrt", erklärt Hofmann. Am Oberen und Unterem Tor sowie an der Coburger Straße stehen Fahrzeuge vom Bauhof oder der Feuerwehr. "Das machen wir jetzt das zweite Jahr", sagt der Citymanager.

Die Polizei ist im Einsatz und das BRK ist an drei bestimmten Punkten stationiert. Zwei Rettungsfahrzeuge und eine feste Station gibt es nach Hofmanns Angaben auf dem Korbmarkt. Hofmann betont allerdings, dass der Korbmarkt "ein sehr sehr sehr friedliches Fest ist". In den letzten Jahren habe es keine größeren Zwischenfälle gegeben.

Zusätzlich ist ein privater Sicherheitsdienst engagiert, der da Gelände des Korbmarkts bewacht. "Alle Rettungskräfte sind miteinander in Kontakt", sagt Hofmann. So solle ein reibungsloser und schneller Einsatz ermöglicht werden.

Wegen dieser erhöhten Sicherheitsmaßnahmen "sind auch die Kosten in den letzten Jahren gestiegen", erklärt Hofmann. Rund 60 000 Euro müsse die Stadt für den Korbmarkt zahlen - ohne Personalkosten.

Zu diesen zählen beispielsweise die Mitarbeiter des Bauhofs, die seit Montag mit dem Aufbau beschäftigt sind. Am Montag wurde das "Röckchen um das Rathaus gebaut und am Mittwoch werden die Bühnen aufgestellt", beschreibt Hofmann deren Arbeit. Gegen Ende der Woche seien bis zu 40 Mitarbeiter in verschiedenen Schichten mit dem Aufbau beschäftigt.

100 000 Besucher im Schnitt

Auf rund 17 000 Quadratmetern findet der Korbmarkt - inklusive Kinderflohmarkt - statt, sagt Hofmann. Und die sind auch nötig: In den letzten Jahren "waren im Durchschnitt 100 000 Besucher auf dem Lichtenfelser Korbmarkt", weiß Hofmann.

Und auch in diesem Jahr sollten ähnliche Besucherzahlen erreicht werden. "Das hängt aber immer mit dem Wetter zusammen. Vor zwei Jahren hat es ziemlich viel geregnet, da war nicht so viel los", erklärt der Citymanager.

Für die Freunde des Flecht-handwerks wird wieder einiges geboten sein. "Im Stadtschloss gibt es eine Ausstellung von Tim Johnson", sagt Hofmann. Johnson ist ein Flechtkünstler aus Großbritannien und hat weltweit Flechtkulturen studiert, die er in Lichtenfels präsentiert.

Außerdem finden im Stadtschloss auch die Flechtkurse statt. "Die sind im Prinzip ausgebucht", sagt der Citymanager. Vereinzelte Plätze seien noch zu haben.

Hofmanns Geheimtipp ist in diesem Jahr der Pfarrgarten: "Der hat einfach ein besonderes Flair mit dem Flechthandwerk und dem Genießercafe." Um die Kirche herum wird es so viel Flechthandwerke wie noch nie geben, sagt Hofmann. Zusätzlich gibt es dort wieder ein Flecht-Großprojekt.

Viele Kleinkünstler

Wer nicht nur Flechtkunst, sondern Unterhaltung sucht, bekommt diese bei einem der vielen Kleinkünstler, die auf dem Korbmarkt unterwegs sind. "Sven Lange ist mit seinen Stelzenfiguren dabei", sagt der Citymanager. Am Samstag gibt es sogar eine Feuershow.

Dazu kommen Musikgruppen, wie aus Frankreich oder eine Sambagruppe. "Die Vielfalt ist uns wichtig. Das macht den Korbmarkt so lebendig und einige Besucher werden immer wieder von den Künstlern überrascht", erklärt Hofmann.

Zuletzt weißt Hofmann auf mehrere Parkverbote hin, "die wegen den Rettungsgassen entstehen". Anwohner und Besucher sollen die Parkverbotsschilder ernst nehmen: "Wir müssen die Fahrzeuge sonst abschleppen lassen - und werden das auch." Denn hier gehe es um die Sicherheit der Besucher.

Hofmann empfiehlt mit der Bahn anzureisen. Der Bahnhof ist mitten in der Stadt, weshalb man in zwei Minuten auf dem Korbmarkt sei. "Außerdem hat man so eine stressfreie Anreise und kann ein oder zwei Gläser Bier mehr trinken", empfiehlt Hofmann.