Im Mittelpunkt der Museumsnacht in Weismain stand die Vorstellung einer neuen Broschüre "Erinnerungen an Weismain". Museumsleiterin Andreas Göldner erläuterte: "Die ldee zu dieser Broschüre hatte Reinhard Koch, der seine Kindheit in Weismain verbrachte. Aus dieser Zeit habe sich bei ihm ein interessanter Fundus alter Aufnahmen erhalten, die den Grundstock für diese Publikation bilden."

Voraussichtlich im Frühjahr 2019 werde das Buch im Nordjura-Museum erhältlich sein. Die Fotos entstanden zum größten Teil in den 1930er und 1940er Jahren, als Familie Koch während der Kriegs- und Nachkriegsjahre in die Wohnung der 1943 verstorbenen Großtante, Modistin Maria Schedel einzog. 1952 zog Reinhard Koch mit Schwester und Mutter wieder nach München zurück, blieb der Stadt Weismain jedoch zeitlebens verbunden. Ergänzendes Bildmaterial sammelte Peter Münchenbach, der das eine oder andere interessante Fotoalbum auftat. Auch Postkarten und Fotografien aus den Beständen des Nord-Jura-Museums und des Stadtarchivs fanden Verwendung. So ist ein kleiner, interessanter Bildband entstanden, dessen Entstehung vom Museums- und Kulturverein Weismain, von der CHW-Bezirksgruppe Weismain und vom CSU-Ortsverband Weismain-Jura unterstützt wurde.

Ältestes Foto von 1870

Im ältesten Foto aus dem Jahre 1870 sind noch die drei Stadttore mit ihren Türmen erkennbar, die bis ins 19. Jahrhundert die Silhouette des Jurastädtchens prägte. Zahlreiche Postkarten wurden in Weismain gedruckt. Bilder vom Richtfest der Pfarrkirche, deren Langhaus 1889 abgebrochen und 1890 neu aufgebaut wurde, zeigen eine fast neue Pfarrkirche. In einer Annonce wird von der Wurstfabrik J. A. Kraus "erstklassige oberfränkische Fleisch- und Wurstwaren" angeboten. Einige Fotos geben einen Einblick in die "wasserbetriebene" Fabrikation. Ein Bild wurde von der Mannschaft aufgenommen, die 1911 die elektrische Straßenbeleuchtung installiert hatte. Erholungssuchende konnten ab 1846 bis zum Bahnhof Burgkunstadt fahren. Von dort brachte sie die Postkutsche nach Weismain. Am 10. Mai 1913 erfolgte die Umstellung auf eine Kraftpostlinie, wie ein Bild mit den Omnibussen zeigt. Das Brauereiwesen blühte, gezeigt werden die Gebäude der Dietz-Bräu, Brauereigasthof "Zur Krone", Fuchsbräu am Marktplatz und die Rothlaufsche Brauerei.

Die aktiven Vereine, wie Feuerwehr, Soldatenkameradschaft und Turnverein sind in Bildern festgehalten. Auch die romantische Umgebung von Weismain wird in Fotos und auf Malereien wiedergegeben. Zum Beispiel eine Landpartie mit einem Cabriolet der 30er Jahre. Dabei ist auch eine historische Aufnahme vom Giechkröttendorfer Schloss. Dazwischen erscheinen immer wieder Bilder der Familie Kraus.

Die Nachkriegsjahre galten dem Wiederaufbau zerstörter Gebäude. 1956 errichte die Brauerei Dietz im Stadtgraben neben dem Oberen Tor eine Abfüllanlage. Die Nutzung des Kastenhofs als Kindergarten und Schule wird durch einige Aufnahmen deutlich. Ein Heimatmuseum und ein Stadtarchiv wurden feierlich eröffnet.

Im Anschluss an die Vorstellung der Broschüre fanden Museumsführungen statt.