Was für ein spaßiger Abend voll ungewöhnlicher Musik am im Loffelder Brauereisaal. Zu Gast war das GlasBlasSing-Quartett mit seinem Weihnachtsprogramm "Süßer die Flaschen nie klingen".Wenn witzigen Flaschenmusikern weihnachtlich zumute ist, klingt das schon ein bisschen anders.

Bestes Beispiel: "Kling Glöckchen, klingelingeling" spielt "Möhre" auf einem Xylofon aus leeren Jägermeisterflaschen. Und weil die drei anderen Musiker damit beschäftigt sind, in Flaschen zu pusten, auf ihnen zu trommeln oder mit den Daumen zu ploppen, muss das Publikum eben den Text singen.

Eine Bühne voller Flaschen: Statt eines Schlagzeugs bot der elektronisch verstärkte Wasserspender einen ordentlichen Wumms, die mit Sand gefüllte "Snare Drum"-Petflasche zischte dazu. Mit launigen Songs bestritt das GlasBlasSingQuartett den Abend fast nur mit Flaschenbegleitung, geschlagen oder angeblasen wie eine Panflöte. Ob Quatsch oder Kunst - es erwies sich als abendfüllende Unterhaltung. Vom ersten Moment an hatten die Künstler den direkten Draht zum Publikum, waren komisch und verblüfften.

Auf der Bühne standen vier Ständer voller brauner, grüner und durchsichtiger Flaschen in allen Größen. Plastik, Glas, Blech - die Flaschenmusiktruppe aus Berlin setze einfach alles ein. Die Gäste waren begeistert. "Das sieht total albern aus, hört sich aber super an. Und singen können sie auch noch", lobten die Zuschauer, die sich herrlich amüsierten.

Auch den Musikern sah man den Spaß an. "Kann man noch von Flaschenmusik sprechen, wenn zwei Ukulelen dabei sind", fragte Endie. Auch "Little Drummer Boy" klingt ungewöhnlich, wenn es mit Drucksprühflaschen ganz neu interpretiert wird.

Auch Klassisches hatten die Flaschenmusiker drauf, als Endie mit sieben Flaschen in den Händen ein Menuett von Bach anstimmt. Das klang fast schon feierlich. Weil sie im nordöstlichen Harz aufgewachsen sind und ihr Dialekt schon mal mit Sächsisch verwechselt wird, gaben sie dem Publikum eine erste Lektion im Harzdialekt. Das klang bei Fritze dann so: "Hörst du nichts, dann hast du was an de Orrn. Ein Bösewicht ist ein Schorke, die Gurke eine Jorke." Es folgte ein russisches Volkslied, das für die beiden Plopper - Andi und Fritze behaupten, die idealen Daumen dafür zu haben - eine Herausforderung ist. Die Daumen werden angeleckt -"es muss ja flutschen" - und was dabei herauskommt, hörte sich fantastisch an.

Bei "Schneeflöckchen, Weißröckchen" ersetzte Konfetti die Schneeflocken und beim Text heiß es: "Schneeflöckchen, Weißröckchen hat unser Auto versteckt - nach zwei Stunden haben wir es wieder entdeckt". Beim nächsten Song kamen Bierkästen zum Einsatz, die sie schüttelten und sich gegenseitig zuwarfen. Und tatsächlich ergab das schnelle Ruckeln und das schnelle Klappern der Tragehenkel einen Samba mit authentischem Trommelsound

Bei "Hit the Road, Jack" wurde gesungen und geblasen, selbst Leonard Cohens "Halleluja" präsentierten sie so gekonnt, dass im Saal spontan gejubelt wurde. Auf dem Flaschen-Glockenspiel, das Jägermeister-Xylophon, gab "Möhre" eine rasante Musik zum Besten - zusammengestellt zu einer zirkusverdächtigen Choreographie

Sogar einige klassische Instrumente bauten sie mit dem Leergut nach. Ein Mini-Klavier mit klingenden Flaschen, eine Wasserspender-Bassdrum, eine Plastikflaschen-Tuba, eine Flaschen-Rassel, Kastagnetten aus Kronkorken und sogar einen Kontrabass mit einer Saite, über einen Wasserspender gespannt. "Alles aus dem Baumarkt und leeren Pfandflaschen", erläuterte Frank, der Bassist. Endie stellte schließlich frei nach Roman Herzog fest: "Durch dieses Land muss ein Schluck (Ruck) gehen" Vor der Zugabe fiel der Strom aus. Georg, der Techniker suchte fieberhaft nach dem Fehler, fand ihn aber nicht, bis plötzlich die Scheinwerfer, Mikrofone und Boxen wieder "Saft" hatten. War das so gewollt? Georg verneinte.