Laut einen Ingenieurbüro liegen die Kosten für die Sanierung der Mainbrücke in Schwürbitz zwischen 430 000 und 450 000 Euro. Ein Neubau käme mit mindestens 850 000 Euro deutlich teurer. Bei einer Sanierung bliebe es allerdings bei der derzeitigen Tragfähigkeit von sechs Tonnen. Ein kompletter Neubau könnte mit einer Tragfähigkeit von 16 Tonnen geplant werden.

Einer Bauzeit von drei bis vier Monaten stünde mit sechs bis acht Wochen auch eine wesentlich kürzere Sanierung gegenüber. Für den Gemeinderat stellte sich am Mittwoch die Frage: sanieren oder gleich eine neue Brücke bauen? Ein Thema welches für einigen Diskussionsbedarf sorgte.

Sind 16 Tonnen notwendig?

Während ein Teil der Gemeinderäte einen Neubau favorisierte, sprach sich andere für den Erhalt der "historischen" Brücke aus. Erörtert wurde auch die Frage, ob es überhaupt eine 16- Tonnen-Brücke brauche. Die Befürworter eines Neubaus führten ins Feld, dass heutige landwirtschaftliche Fahrzeuge deutlich schwerer sein könnten. Ganz zu schweigen von den Einsatzfahrzeugen der Feuerwehr. "Wir haben seit Jahrzehnten die Sechs-Tonnen-Brücke, da sind mit Sicherheit schon Fahrzeuge über sechs Tonnen drüber gefahren", gab Bürgermeister Fischer zu bedenken. Jetzt sollen neue Planungen eingeholt werden, die die Anregungen aus dem Gremium (neue Brücke mit dem historischen Geländer oder alte Brücke mit einer mittigen Verstärkung im Main) aufgreifen sollen.

Wasser wird teurer

In der Gemeinde steigt der Wasserpreis zum 1. Januar 2019 von derzeit 1,39 auf 1,45 Euro pro Kubikmeter. Die entsprechende Änderung der Gebührensatzung hat der Gemeinderat einstimmig in seiner Sitzung am Mittwoch beschlossen. Hintergrund für die turnusmäßig alle zwei Jahre stattfindende Gebührenkalkulation sind die anstehende Sanierung des Reinwasserbehälters im Wasserwerk sowie die vielen und aufwendigen Wasserrohrbrüche, teilte Bürgermeister Helmut Fischer mit. Der Wasserpreis setzt sich für den neuen Kalkulationszeitraum aus dem Unterhalt des Wasserleitungsnetzes in Höhe von 185 000 Euro und einen zugrunde gelegten Verbrauchswert von 28 000 Kubikmeter pro Jahr zusammen. Die Grundgebühr bleibt weiterhin bei 1,50 Euro pro Monat. "Selbst mit der Erhöhung auf 1,45 Euro haben wir nach Ebensfeld den zweitgünstigsten Wasserpreis im Landkreis Lichtenfels", erklärte der Bürgermeister.

Die Gemeinde bleibt bei ihrer ablehnenden Haltung gegenüber einen Neubau eines weiteren Lebensmittelmarktes im Gewerbegebiet an der Kreisstraße zwischen Michelau und Neuensee. Als sich im Jahr 1999 schon einmal ein Lebensmittelmarkt dort ansiedeln wollte, hatte die Gemeinde dies aus planungsrechtlichen Gründen abgelehnt, was in zweiter Instanz vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in München auch bestätigt wurde. Die Klage wurde laut Bürgermeister Fischer damals abgewiesen.

Linksabbiegerspur abschaffen

Ein externer Gutachter soll laut Landratsamt ein Verkehrsgutachten erstellen, an dem sich die Gemeinde Michelau zur Hälfte an den Kosten bis zu 4000 Euro beteiligen soll. Vor dem Hintergrund des tödlichen Unfalls vor einigen Wochen hatte Dritter Bürgermeister Jürgen Spitzenberger (SPD) eine Änderung der Straßenführung der Kreisstraße LIF 2 im Teilbereich Neuenseer Straße/Landwehrstraße beantragt.

Die CSU-Fraktion hatte sich die Mühe gemacht, den Antrag genau zu prüfen, erklärte Fraktionssprecherin Judith May. "Ein durchaus guter Vorschlag ist die Abschaffung der Linksabbiegerspur Richtung Landwehrstraße." Allerdings sei er auch der einzige, bei dem mit einem positiven Ergebnis zu rechnen sei. Wenig Chancen auf Realisierung räumte die CSU-Fraktion einen Fußgängerüberweg an der Engstelle und der gewünschten Schutzleitplanke an der Unfallstelle ein. Auch eine Geschwindigkeitsbeschränkung durch das gesamte Innerdorf auf Tempo 30 wäre zwar wünschenswert, aber auch dies werde vermutlich abgelehnt. Mit 17:1 Stimmen will jetzt der Gemeinderat die Meinung eines Gutachters hören.

830 Meter des Geh- und Radweges von Michelau nach Schney liegen auf Michelauer Gemeindegebiet, der Rest gehört zu Stadt Lichtenfels. Jetzt gibt es Pläne diesen Weg zu beleuchten. Allerdings nur, wenn auch Lichtenfels seinen Anteil übernimmt.

Auf Michelauer Seite könnten insgesamt 13 Straßenleuchten für 64 000 Euro in absehbarer Zukunft Licht in die dunkle Jahreszeit bringen.