Es ist kompliziert. Bei der Frage, wie lukrativ der Weihnachtsmarkt für die Betreiber ist und was sich verbessern ließe, verzweigt sich das Thema. Eine Umfrage unter Standbetreibern und Verantwortlichen macht das deutlich. Vor allem die Öffnungszeiten scheinen diskutierenswert. Verbesserungen könnten nur gemeinsam erzielt werden. Aber ist das möglich?

Es seien nur wenige Tage, die für die Händler lukrativ seien, so Touristikmanager Harald Fischer vor Tagen bei der Bürgerversammlung im Stadtschloss.

Nur wenige Tage sind lukrativ

Das ist der Tenor der Standbetreiber. "Wir sitzen den ganzen Tag", sagte Rita Raab am gestrigen Dienstag. Freilich spielt das Wetter ins Thema hinein, aber dass an einem Wochenende mehr Betrieb als unter der Woche herrscht, ist gesetzt. "Unter der Woche - nein!", so die Frau Gedanken an viel Umsatz abwinkend. Ungefähr zum zehnten Mal ist sie schon in Lichtenfels dabei. Zeit genug, um über die Jahre Beobachtungen zum Kaufverhalten der Menschen zu treffen.

"Das hat sich geändert, extrem seit drei, vier Jahren", glaubt die Lichtenfelserin. Sie hat für sich etwas angedacht: Was, wenn die Standbesitzer unter der Woche geschlossen hielten und dafür an den Wochenenden öffneten? In Kronach sei dem schließlich auch so.

Das Kronacher Modell befürwortet auch ihre Standnachbarin Petra Neumann aus Altenkunstadt. Sie verkauft Liköre und meint, dass sich nur die letzte Woche vor Weihnachten rentiere. Vor allem abends sollten die Händler länger geöffnet haben. In diesem Punkt wäre Einigkeit unter den Händlern angebracht, aber unterschiedliche Händler schließen ihre Stände zu unterschiedlichen Zeiten. Und das ergebe in Bezug auf die Öffnungszeiten auch eine "Verunsicherung bei den Kunden".

Kronacher Modell

Die Kernöffnungszeiten ausweiten, das müsse nicht sein. Zwischen 11 und 18 Uhr reichen diese, aber es steht jedem frei, noch zwei, drei oder vier Stunden länger auf zu haben. Zapfenstreich ist verbindlich für alle um 22 Uhr. Das ist freilich nicht immer sinnvoll, besonders nicht unter der Woche. Vielleicht, ja vielleicht wäre auch eine geschlossenere Anordnung der Hütten sinnvoll, regt die Altenkunstadterin an.

Mit Anregungen ist sie bei Harald Fischer richtig. Der Touristikmanager ist Ansprechpartner zum Thema Weihnachtsmarkt. Von Petra Neumann und Rita Raab bekommt er gute Noten. So wie die "Männer vom Bauhof", die unbürokratisch helfen würden. Im Vorfeld eines jeden Weihnachtsmarktes finden zwischen ihm und den Standbetreibern Besprechungen statt. Auch Manöverkritik zur Halbzeit des Weihnachtsmarktes gibt es, so Fischer. "Sie bekamen Zettel am letzten Montag, wo sie Anregungen drauf schreiben können." Angesprochen auf ein Wochenendmodell wie in Kronach, gibt er zu bedenken, dass damit eine "grundsätzliche Umstrukturierung des Marktes mit Folgen" erreicht würde. "Es gibt Gewerbetreibende, Hobbykünstler und Rentner", führt Fischer aus.

150 Euro Standgebühr

Verbindend sind für alle drei Gruppierungen 150 Euro Standgebühr für zehn Tage. Inklusive Strom. Das sei günstig, im Vergleich zu anderer Städte Gebühren. Ein reiner Wochenendbetrieb wird von drei Gruppierungen unterschiedlich bewertet. Grund hierfür: Vollerwerbshändler sind nicht nur in Lichtenfels vertreten. Stünde es ihnen nicht mehr frei, binnen der zehn Tage öffnen und schließen zu können wann sie wollten, könnten sie sich für einen anderen Standort entscheiden. Schon um sich mehr Öffnungszeiten anderswo zu erhalten.

"Da würde ich mir vorher von den Händlern unterschreiben lassen, dass sie im nächsten Jahr an vier Wochenenden dabei sind", argumentiert Fischer. Eben weil ein Weihnachtsmarkt sehr komplex ist und der Planung bedarf, braucht der Touristikmanager eine "Berechnungsgrundlage", die er über die Unterschriften erhielte. Ansonsten liefe der Lichtenfelser Weihnachtsmarkt Gefahr, dass "dann die Hälfte der Hütten fehlt", warnt er.
Hiltraud Amon aus Hochstadt ist so eine selbständige Gewerbetreibende. Ihr wäre mehr als nur die Wochenenden recht, sonst müsste sie "woanders absagen". Die Händlerin Petra Matthes hingegen ist Kronacherin. Sie hat schon eine Anregung für den Weihnachtsmarkt. Sie möchte auch einen tagsüber leuchtenden Weihnachtsbaum vor dem Rathaus. Das bedürfe nur einer Regulierung der Zeitschaltuhr, lächelt Fischer.