Die Standortfrage für den Neubau einer Zweifachturnhalle stand im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung. Zudem beschäftigte das Gremium, was mit der alten Turnhalle geschehen soll. Bürgermeister Christian Mrosek (CSU) stellte vier Standorte vor.
Zwei Standorte befinden sich unterhalb der Schule (in der Grafik blau und rot), zwischen Ochsenranger und Freibad gelegen. Für Tartanbahn und Sprunggrube müsse in den Ranger eingerückt werden, was hohe Kosten verursache. Der andere Standort (rot) an der Tartanbahn zum Freibadparkplatz enthalte Feuchtigkeit. Eine weiterer Standort sei an der Schule der Platz (grün), auf dem sich ein gemeindliches Wohnhaus befindet, das abgerissen werden müsste. Oder aber man reiße die bestehende Turnhalle ab (gelb) und errichte an gleicher Stelle eine neue.


Verständnis für Marktgraitz

Vorweg zeigte der Bürgermeister Verständnis gegenüber der Marktgemeinde Marktgraitz für deren Sorge bei einem Neubau einer Zweifachturnhalle in Redwitz, denn ihr würden Hallenmieten verloren gehen, falls die Marktgraitzer Turnhalle nicht mehr durch die Schule genutzt werde. Der Schulverband werde nicht an den Kosten für den Neubau beteiligt, da die Gemeinde Redwitz der Bauherr sei. Jürgen Gäbelein (FW) bezog sich auf die 30-jährige Zusammenarbeit mit Marktgraitz, musste aber feststellen, dass sich die Schulsituation geändert habe. "Wir sind erst am Anfang der Beratungen", stellte Mrosek unmissverständlich fest. Der Schulverband könne nicht an den Baukosten beteiligt werden, würde aber in alle Überlegungen mit einbezogen werden. Weiter stellte Gäbelein die Frage nach den Nutzungsmöglichkeiten für die neue Halle. Die betreffenden Vereine seien hier noch nicht richtig zu Wort gekommen.


TV befürchtet Mitgliederschwund

Die Vertreter der beiden Ortsvereine Turnverein und FC nutzten die Gelegenheit, ihre Nutzungswünsche beziehungsweise ihren Bedarf zu erläutern. Der Turnverein befürchtet eine Abwanderung seiner Mitglieder, wenn die alte Halle weggerissen und eine neue an gleicher Stelle errichtet werde, weil für die Dauer von rund einem Jahr die Übungsstunden entfallen müssten. Der FC fühlt sich bei der Sonntagsbelegung betroffen und erhofft sich mit einem Neubau einer Zweifachturnhalle für seine vielen Gruppen andere Trainingszeiten.
Ralf Reisenweber (CSU) fragte nach konkreten Zahlen. Zwischen 2,6 und 3,6 Millionen Euro hätte der Architekt geschätzt, informierte Mrosek. Den Vereinen müsse bewusst sein, so Reisenweber, dass mit einer neuen Halle Nutzungsgebühren auf sie zukämen. Gäbelein verwies darauf, dass der Gemeinderat in den Fünf-Jahresplan eine Summe von drei Millionen Euro für die neue Halle eingearbeitet habe.
Christian Zorn (CSU) stellte in den Raum, dass ein solches Projekt neben all den anderen Projekten die Gemeinde finanziell massiv belaste. Er nannte Zahlen, mit denen sich der Finanzausschuss in Zukunft beschäftigen müsse. So stünden rund 680 000 bis 700 000 Euro durchschnittlich im Jahr für Investitionen zur Verfügung, wovon allein bisher 100 000 Euro für Verbindlichkeiten verplant seien. Das Volumen gehe damit zurück, stellte er fest, und bei dem Bau einer Turnhalle mit einem Eigenanteil von drei Millionen Euro für die Gemeinde werde der finanzielle Spielraum zusammengeschoben. Daher frage er, wie weit der Gemeinderat da mitgehe, da es neben der Turnhalle und dem Gutmannhaus noch viele Projekte zu beachten gelte. Gäbelein wollte daher ein solides Finanzierungskonzept. Um die Gemeinde nicht über die Maßen zu belasten, könne man das über die Jahre hinweg finanzieren. Zwar werde die Pro-Kopf-Verschuldung steigen, doch liege man dabei im Vergleich mit anderen Kommunen noch im Mittelfeld. "Wir sprechen insgesamt von einem Acht- bis Neun-Millionen-Paket", sagte er.


Hausaufgaben gemacht

Simon Ehnes (SPD) war sich sicher, dass der Gemeinderat seit Mitte 2015 seine Hausaufgaben gemacht habe. Jetzt stünden zwei große Projekte an, und er zeigte sich zuversichtlich, das zu schaffen. Jürgen Gäbelein stellte fest, dass die Gemeinde in den zurückliegenden Jahren viel in die Zukunft investiert habe. So sollten die gemeindlichen Pflichtaufgaben in den kommenden Jahren keine wesentlichen Kosten mehr verursachen.
Willi Scherbel (CSU) stellte infrage, ob die alte Turnhalle als Veranstaltungshalle auch wirklich den Anforderungen entspreche. Man wisse nicht, welche Vorschriften hier noch auf die Gemeinde zukommen würden. Jochen Körner (SPD) hielt die Unterhaltungskosten der alten Turnhalle bei der zukünftigen Nutzung als Veranstaltungshalle als überschaubar und regte eine Renovierung an. Friedlein wollte erst die neue Halle bauen und dann sehen, was man mit der alten machen werde. Armin Zapf (CSU) sah das feuchte Mauerwerk bei der Turnhalle als Hauptproblem an, das es zeitnah zu beseitigen gelte.
Christian Zorn forderte bei der Standortfrage ein Gutachten für die Sanierung der jetzigen Turnhalle, damit man wisse, wie man dran sei. Nach Antrag von ihm einigte sich das Gremium darauf, den Architekten mit einem Kostenvorschlag für die Sanierung zu beauftragen. Eine Begehung soll zuvor stattfinden. Ebenso gab der Gemeinderat in Auftrag, die Kosten für eine 45 Meter auf 33 Meter Zweifachturnhalle mit Umkleiden und Duschen, einstöckig, zu ermitteln für die beiden möglichen Standorte unten an der Tartanbahn (rot) und oberhalb an der Schule (grün).
Die Kosten für den Bau an gleicher Stelle könne man anstatt der alten Halle übertragen. Hier müssten noch einige Abrisskosten hinzugefügt und die Mehrkosten als Veranstaltungshalle zusätzlich ermittelt werden.
Verwaltungsrat Heinrich Dinkel informierte über die Stromleistung der gemeindlichen Photovoltaikanlagen im Jahr 2015. Die vier Anlagen haben insgesamt 91 284 kWh erbracht, was 30 151,10 Euro entspricht. Der Ertrag war somit um 14 020 kWh oder 4623,10 Euro höher als prognostiziert. Weiter informierte Dinkel über die bisherige kommunale Ansiedlungs- und Wohnraumförderung der Gemeinde Redwitz. Im Jahr 2014 wurden acht Bewilligungen mit einem Gesamtzuschuss von 24 000 Euro ausgesprochen, davon betrafen zwei Bewilligungen den Neubau und sechs den Kauf von Wohnhäusern. Es wurden acht Kinder gefördert. Da die Wohnraumförderung in fünf Jahresraten ausgezahlt werde, fielen im Haushaltsjahr lediglich Ausgaben von 4100 Euro an. Im Jahr 2015 wurden 13 Anträge mit einem Gesamtzuschuss von 40 500 Euro bewilligt, davon betrafen fünf den Neubau und acht den Kauf von Wohnhäusern. Es wurden 17 Kinder gefördert. Ausgegeben wurden 11 900 Euro. Somit wurden bisher 21 Anträge mit einem Gesamtzuschuss von 64 500 Euro für sieben Neubauten und 14 Hauskäufen bewilligt. Gefördert wurden 25 Kinder. Ausgegeben wurden insgesamt 16 000 Euro. Sieben Antragsteller kamen von außerhalb des Gemeindegebietes.
Zur Sanierung der Duschen und Toiletten im Freibad teilte Bau-Ing. Stefan mit, dass die Arbeiten zur Neubefliesung der Dusch- und WC-Anlagen, Durchschreitebecken und Bodenbelag Bademeisterkabine an die Firma Eberlein, Altenkunstadt, die Sanitärarbeiten an die Firma Brunner-Baumgärtner vergeben wurden. Bei der Baudurchführung kamen jedoch versteckte, nicht vorhersehbare Mängel zum Vorschein. Hierbei handelt es sich um marode Leitungssysteme und ein völlig durchnässter Estrich, der ausgetauscht werden müsse. Auch die vorhandenen Sanitärartikel müssen bei der jetzigen Sanierungsaktion erneuert werden, um für die nächsten Jahrzehnte gerüstet zu sein. Mit diesen Nachträgen belaufen sich die überarbeiteten Kostenansätze auf 38 500 Euro bei der Firma Fliesen Eberlein und 16 250 Euro bei der Firma Brunner-Baumgärtner. Die beiden Summen genehmigte der Gemeinderat.
Für den Seniorenbus haben sich mittlerweile zehn ehrenamtliche Fahrer gefunden. Ein weiterer Fahrer würde als Aushilfe zur Verfügung stehen. Für den Betrieb des Seniorenbusses wurden ein Konzept und ein Fahrplan entworfen. Es ist eine Linienkonzession notwendig. Diese ist unter Vorlage des Fahrplans bei der Regierung von Oberfranken zu beantragen. Somit führt die Gemeinde Redwitz den Seniorenbus ein. Dieser verkehrt auf einer festgelegten Route an den Tagen Montag und Donnerstag. Der Fahrplan wird bekanntgegeben. Angeregt wurde vom Gemeinderat eine statistische Auswertung zu erstellen. Der Seniorenbus verkehrt als Pilotprojekt über den Zeitraum von einem Jahr.
Bürgermeister Mrosek teilte dem Gemeinderat mit, dass im Freibad zurzeit die Wegplatten durch den gemeindlichen Bauhof erneuert werden. Zudem soll der Kinderspielplatz in Unterlangenstadt aufgrund der Errichtung eines Stellplatzes für die FFW Unterlangenstadt in absehbarer Zeit auf den Bolzplatz verlegt werden.