Nach 16 Jahren als Vorsitzender der Adam- Riese-Werbegemeinschaft in Bad Staffelstein hat Theo Wittmann seinen Posten nun abgegeben. Das bedeutet für ihn nun nicht, sich von jetzt auf gleich komplett zurückzuziehen.

Seine Devise ist in der Werbegemeinschaft die gleiche wie in seinem Ofensetzerbetrieb, den mittlerweile sein Sohn Marco führt: "Wenn ich da bin, bin ich auch aktiv."

Lachendes und weinendes Auge

Denn es gibt noch einiges zu tun. Wittmann rechnet mit etwa einem halben Jahr, bis die Übergabe an den neuen Vorsitzenden Frank Mirsbacher komplett vollzogen sein wird. Die Zeit hat er. Jetzt, da die geplante Reise in den Iran leider ins Wasser gefallen ist. Ein befreundetes Ehepaar, mit dem Wittmann und seine Frau dorthin reisen wollten, musste krankheitshalber absagen.

Auch wenn in diesem Jahr nun keine große Reise ansteht, wie es bei den Wittmanns in den letzten sechs Jahren der Fall war, ist der nun ehemalige Vorsitzende nicht allein traurig darum. Er betont zwar die Schönheit des Iran, der einiges zu bieten habe, weiß aber auch um die momentane politische Situation im Land.

Von daher schaut er mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf die verpasste Reise. Ähnlich handhabt er es mit dem Abschied vom Vorstandsposten bei der Werbegemeinschaft.

Betont pragmatisch fasst er zusammen: "Irgendwann ist auch mal Schluss." Und im Hinblick auf die Zukunft fügt er an, dass ein neuer Vorsitzender sicher andere Gedanken habe.

Pragmatisch, das war er immer. Vieles, erzählt Wittmann, habe sich im Hintergrund abgespielt. Er habe getan und entschieden, was notwendig gewesen sei. "Ich weiß, was ich machen muss", fasst er seine Art lakonisch zusammen. Wenn er auf Reisen in den Wüsten Afrikas unterwegs war, sei es ähnlich gewesen. Da habe er sich auch entscheiden müssen, ob links oder rechts weitergefahren werden müsse.

"Das ist Urlaub für uns"

Einmal kam der Wüstensand sogar zu ihm nach Bad Staffelstein. 19 Jahre hat Wittmann den Autofrühling hier organisiert. Anfangs noch mit einer Verlosung eines Autos, aber die Autos seien einfach zu teuer geworden.

Wittmann erzählt, dass an einem Sonntagmorgen die ausgestellten Wagen mit leichtem Saharasand bedeckt waren. Da musste flugs gehandelt werden, um die Ausstellungsobjekte für das große Publikum zum Glänzen zu bringen.

Pragmatisch hat die Werbegemeinschaft auch entschieden, als der TÜV in Lichtenfels den ersten Preis und damit das Auto gewonnen hat. Was sollte nun aber der TÜV mit dem Auto, fragte man sich damals. Also wurde kurzerhand entschieden, den unerwarteten Gewinn der Caritas in Bad Staffelstein zu spenden.

Jetzt, nachdem die vier bis fünf Stunden in der Woche für die Werbegemeinschaft wegfallen, hat er Zeit, sich um seinen alten Bundeswehr-Lkw zu kümmern. Den hat er 2013 gekauft und in Eigenarbeit zum Wohnmobil umgebaut. 2500 Stunden hat der 63-Jährige bis heute daran gearbeitet. Seit 2015 sind er und seine Frau einmal im Jahr damit auf Reisen. In Marokko waren sie schon häufiger. Wittmann erzählt von der Atlantikküste, der frisch gefangenen Dorade, die gleich über der Holzkohle gegrillt wurde. "Das ist Urlaub für uns."