Zweifler hatte es zunächst schon gegeben, als die Vorsitzende des Dorfverschönerungsvereins vor zwei Jahren ihre Idee eines Herbstmarktes kundgetan hatte. "Wer soll schon zu uns raufkommen?" Dann aber kam das große Staunen: Ganz, ganz viele kamen, die selbst gemachte Suppe reichte überhaupt nicht, und am Schluss war alles ausverkauft.

Ein toller Erfolg, von dem die Rothmannsthaler aus Dankbarkeit auch etwas zurückgeben wollten. Sie beschlossen, mit 1000 Euro zwei Familien mit kranken, auf Hilfe angewiesenen Kindern, zu unterstützten.

Das Geld, was da rüber hinaus noch erwirtschaftet worden war, investierte der Verein in den Kauf von neuem Geschirr für Gemeinschaftsveranstaltungen. Der Herbstmarkt sollte keine Eintagsfliege gewesen sein, man kam überein, ihn im Zwei-Jahres-Rhythmus zu veranstalten. Am Sonntag, 28. September, ist es nun wieder soweit. Von 10 bis 18 Uhr werden in Rothmannsthal ausgesuchte Sachen aus Hobby und Handwerk, hausgemachte Köstlichkeiten und Schönes, was zum Herbst passt, angeboten.

Dazu verschiedene Aktionen und Spiele für Kinder. "Wir rechnen mit über Tausend Besuchern", sagt Sigrid Mager, die dem rund 40 Frauen und Männer zählenden Helferteam angehört. Davon sind nur etwa die Hälfte Vereinsmitglieder, die anderen haben sich einfach ansprechen und begeistern lassen.

50 Liter Suppe

Auch die Familien der 2012 mit einer Zuwendung bedachten Kinder wollen heuer mittun, worüber sich Vorsitzende Elke Herold besonders freut. Der zweite Herbstmarkt soll noch größer und mindestens so schön wie der erste werden. "Wir haben jetzt richtige Marktbuden und insgesamt 21 Stände", betont Herold. Hinzu kommen noch diejenigen für das Essensangebot, das weit über die üblichen Brotzeiten und Bratwürste hinausgeht, mit dem wiederum das Thema Herbst aufgegriffen wird. Die Menge der Kürbis- und Kartoffelsuppe werde verdoppelt, kündigte Ingeborg Keller-Tremel an, die gemeinsam mit Conny Amon hierbei die Regie führt. Mit ihrem Team werden sie in der Küche der alten Schule in zwei Riesentöpfen 50 Liter Suppe kochen. Das will gut vorbereitet sein.

Ohne Teamwork ginge es auch in der "Floristik-Abteilung" um Martha Schütz nicht. Mit fünf Helferinnen wird sie am Freitagabend aus Zweigen und Beeren 30 herbstliche Kränze binden, die bei den Leuten, die sie erwerben, noch recht lange halten sollen. Deshalb wird Martha Schütz das benötigte Material auch erst kurz zuvor in der Natur schneiden. Sie freut sich auf diese Aufgabe, die sie zusätzlich zu ihrer Arbeit im Büro des Familienbetriebs, im Haushalt und in der Nebenerwerbslandwirtschaft stemmen wird. "Es gibt bei mir keinen Stress", sagt sie ganz im Ernst. Das sei alles eine Frage der Organisation.

Die scheint in Rothmannsthal in der Tat zu klappen. Man ist auch für den Fall gewappnet, dass das Wetter nicht so schön wie bei der Premiere sein wird. Feuerwehrhaus, Kulturraum und notfalls sogar noch ein Zelt stünden bereit. Doch dass diese Option nötig wird, will natürlich niemand hoffen. Auf den Strohsofas, die aus großen Ballen zusammengesetzt sind, lümmelt es sich nur unter herbstlicher Sonne schön. Und das Ziel, auch heuer wieder einen Gewinn zu erwirtschaften, mit dem man Gutes tun kann, wird nur bei entsprechender Besucherzahl zu erreichen sein.

Die Mitwirkenden, die sich schon im Frühjahr zu einer ersten Besprechung getroffen haben, möchten vor allem eines: Teil eines lebendigen Dorfes sein und das auch nach außen zeigen. "Wir wollen, dass unser Dorf bekannter wird", sagt Martha Schütz. Sie war 24 Jahre lang Vorsitzende des Dorfverschönerungsvereins und hatte dieses Amt gerne in jüngere Hände abgegeben. Weiter im Verein aktiv zu sein, war für sie keine Frage. "Jung und Alt, alle helfen mit", betont sie. Und dass Rothmannsthal kein verschlafenes Juradorf sei.