Ein Korbmarkt ohne "Straße der Nationen" - undenkbar! An drei Tagen im Jahr wird die Badgasse, die fußläufige Verbindung zwischen Coburger Straße und Judengasse, zu einem Hauptanziehungspunkt in Sachen Kulinarik. Vielleicht trifft man sich auch deshalb gerne dort, weil es zwischen Flammkuchen-Ofen und Riesenpfannen abends immer noch ein paar Grad wärmer ist. Der Name "Straße der Nationen" bezieht sich auf die Spezialitäten aus den verschiedenen Länderküchen, die man sich da schmecken lassen kann. Der Eingang war dazu passend stets mit den jeweiligen Nationalflaggen überspannt. In diesem Jahr hat die Stadt Lichtenfels ein neues Eingangstor aus Stahl und Geflecht in Auftrag gegeben.

Ein echtes Jubiläum - mit Schweinebraten

Zu den vertrauten Fixpunkten in der Badgasse gehört seit 25 Jahren der Stand von Angela Dütsch. Bei ihr dürften blau-weiße Fähnchen (für Bayern) oder rot-weiße (für Franken) flattern. Denn die Chefin des Lichtenfelser "Kochtopfs", Imbiss und Catering-Service, konzentriert sich mit ihrem Korbmarkt-Beitrag ganz auf die heimische Küche: Es gibt warmen Schweinebraten auf Bauernbrot. Einmal habe sie versucht, etwas anderes anzubieten, sehr zur Empörung vieler Gäste. Seither weiß sie: Der Schweinebraten muss bleiben, weil man sich auf ihn freut. Das Echte, Urtümliche, Hausgemachte kommt an. Hinter dieser Prämisse steht Angela Dütsch, und wenn es noch so viel Arbeit macht. Am Korbmarkt ist ihr ganzes Team eingespannt, und das sind mittlerweile zehn Personen - die Helfer aus der eigenen Familie noch nicht mitgerechnet. Auch wenn es Erfahrungswerte gibt, ist es nicht ganz einfach, richtig zu kalkulieren, denn der Besucher-Andrang ist stark wetterabhängig. Am letzten Abend noch mit Bauernbrot zuhauf dagestanden zu sein, daran kann sich Angela Dütsch erinnern. Da ist es ihr lieber, wenn der Stand am Sonntagnachmittag schon ausverkauft ist...

Die üblichen Aufträge von Montag bis Freitag, wenn für Kindertagesstätten und Schulen gekocht wird, darf der Fest-Einsatz natürlich nicht beeinträchtigen. Und die Anlaufstelle für die "Sonntagsküche" wird an dem einen Sonntag im Jahr ausnahmsweise vom Sitz in der Maingasse in die Badgasse verlagert. Manch einer mag sich dabei an die Anfänge des Geschäfts erinnern, genau dort. Im Mai 1994 hatte Dütsch den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, damals gemeinsam mit Rita Goller. Es sei gar keine Frage gewesen, sich noch im selben Jahr bei der "Straße der Nationen" einzubringen, erzählt die heutige Allein-Inhaberin. Aus der Badgasse musste sie mit ihrer Küche wegziehen, weil die Räume einfach nicht mehr ausreichten. Aber einmal im Jahr kommt man zurück und kann heuer ein echtes Jubiläum begehen.