Astrid Balzar versucht im Start- und Zielbereich, die Kinder zu einer kurzen Pause zu bewegen. "Kommt her, trinkt was oder esst eine Banane!" Nicht wenige Kinder joggen jedoch einfach an der Rektorin der Adam-Riese-Schule vorbei. Mithilfe eines Spendenlaufs will die Schule Geld für eine neue Terrasse sammeln. Diese soll an das bestehende Schülerbistro angebaut werden.

Ein kleine und eine große Runde sind für die Schüler ausgewiesen. Die kurze Strecke ist 1,6 Kilometer lang, die lange Distanz misst sogar 4,4 Kilometer. Auf beiden Runden sind insgesamt 18 Stationen eingerichtet, die von Eltern besetzt sind. Dort gibt es Getränke, an manchen auch Bananen für die eifrigen Läufer. Vorab konnten sich die Schüler Sponsoren aus dem Familien- oder Bekanntenkreis suchen, die einen bestimmten Betrag pro gelaufener Runde oder einen Festbetrag spenden.

Ist eine Runde absolviert, erhalten die Schüler jeweils ein Gummiband. Dadurch können zum Schluss die gelaufenen Kilometer berechnet werden. "Ein Erstklässler will vier Runden laufen, hat er mir am Mittwoch gesagt", sagt Astrid Balzar. Überhaupt trägt jeder zum Gelingen der Aktion bei: Nicht nur alle Klassen der Schule mit ihren Lehrern, sondern auch 50 Eltern helfen mit, um für die Organisation und die Sicherheit an der Strecke zu sorgen.

Monatelange Planungszeit

Es habe mehrere Monate gebraucht, den Spendenlauf zu planen, sagt Balzar. Sie dankt dabei ausdrücklich der Initiatorin und Förderlehrerin Erika Ullmann, der Lehrerin Nicole Hoh und allen anderen Personen, die mitgeholfen haben. Der Obstlieferant der Schule stellte beispielsweise kostenlos Bananen und Joghurt zur Verfügung. Jeder Läufer darf einmal das Aqua Riese umsonst besuchen.

Besonders bedankte sich Balzar auch bei der Stadt Bad Staffelstein, für die Zweiter Bürgermeister Hans-Josef Stich (CSU) vor Ort war. "Das ist eine super Idee. Ihr wollt's heute wirklich wissen", sagt Stich, bevor er den Startschuss für die kleinen und großen Läufer gibt. "Wir wollen uns als Schulfamilie zeigen: Hier hilft jeder mit, damit etwas Neues entstehen kann", sagt Erika Ullmann.

Seit 15 Jahren gibt es das schuleigene Bistro, das Ullmann mit Schülern zusammen betreibt. "Immer mal wieder kamen Kinder zu mir und sagten, es wäre toll, wenn wir eine Terrasse hätten", erinnert sich die Förderlehrerin. Sie habe daraufhin versucht, etwas zu organisieren und "die Begeisterung dafür zu transportieren". Das Geld, das durch den Lauf eingenommen wird, geht zunächst an die Stadt. "Es läuft alles über den zuständigen Sachaufwandsträger, dort werden die Mittel geparkt", informiert Balzar. Die Stadt kümmere sich dann um die Verwaltung des Geldes und um die Finanzierung der Terrasse.

Spendenlauf ist ungewöhnlich

Eine solche Aktion, um Mittel für die eigene Schule zu erschließen, ist eher die Ausnahme. Roland Christeiner, Rektor der Ivo-Hennemann-Grundschule in Bad Staffelstein, hatte noch keinen Spendenlauf an seiner Schule. "Wir sind eigentlich gut ausgestattet, die Stadt Bad Staffelstein unterstützt uns sehr gut", sagt er. Mittelschulen wie die Adam-Riese-Schule müssten jedoch bei Dingen, die über das "Normale" hinausgehen, etwas Einfallsreichtum beweisen. Christeiner besucht in anderer Funktion viele oberfränkische Schulen und weiß, dass es hinsichtlich Spenden sehr große Unterschiede gibt.

Gertrud Tischer, Rektorin an der Grundschule Lichtenfels "Am Markt", ist erst seit diesem Schuljahr im Amt. "Bisher hatten wir keine derartigen Aktionen", sagt sie. Sponsoring sei durch das Beamtengesetz gar nicht so einfach. "Vielleicht sind auch deswegen manche Schulen vorsichtiger geworden."

Fördervereine unterstützen

Die Realschule Bad Staffelstein, könne bei Anschaffungen auf einen Förderverein zählen, sagt Konrektor Matthias Welsch: "Wir sind durch den Landkreis als Sachaufwandsträger gut versorgt, unser Förderverein ist für außergewöhnliche Geschichten zuständig." In den letzten Jahren kamen so mehr als 10 000 Euro zusammen. Neben Sporttrikots für Schulmannschaften werden unter anderem auch die Schultheatergruppe oder Klassensprechertagungen bezuschusst.

Auch an der Herzog-Otto-Schule Lichtenfels ist der dortige Förderverein für "kleine und große Dinge" zuständig, wie Rektor Wolfgang Fischer informiert. "In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken und dem Förderverein wurde letztes Jahr ein kostenloser Wasserspender für die Kinder angeschafft. Auch die Geräte für den Fitnessraum wurden bezuschusst", sagt Fischer. Wenn alles klappt, können die Schüler der Adam-Riese-Schule durch ihren Einsatz bald Essen und Getränke auf der neuen Terrasse genießen.

Die fleißigsten Läufer der Adam-Riese-Schule

Die 17 Schüler aus der Klasse 3b liefen insgesamt 188 km. Die Schulsiegerin mit 15,6 km ist Ann-Kathrin Gruber (8a), der Schulbeste Jonas Schaad (5a) mit gelaufenen 21 km.
Grundschulsieger sind Benedikt Süppel (4b) mit 17,6 km und Loreen Görtler (3b) mit 14,8 km.