Bamberg und Coburg haben's vorgemacht: Ein Strand in der Stadt ist für viele zur sommerlichen Attraktion geworden. Auch in Lichtenfels wurde - jüngst bei einer Wahlveranstaltung - die Idee eines Stadtstrandes ins Gespräch gebracht. Eine Idee, die Wolfgang Braune, der selbst am Marktplatz wohnt, schon lange im Kopf herumspukt. Der Hinterhof des Gebäudes Marktplatz 10 wäre ideal dafür, dachte er sich. Das Gebäude gehört der Stadt, der Hof wäre abschließbar. Manch einer mag sich noch da ran erinnern, dass dies der frühere Aldi-Parkplatz war.

Bunt statt Grau

Die Farbe Grau ist dort vorherrschend, doch könnten sich Wolfgang Braune und sein Mitstreiter Thorsten Schweigert schon gut vorstellen, dass dies nicht so bleiben muss. Hier wäre ein Stadtstrand zu realisieren, ohne den Marktplatz zu blockieren, finden sie. Sie sehen darin keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zu den Lokalen am Marktplatz. Mehr Leute in die Stadt locken, damit alle was davon haben, lautet ihre Devise. Die beiden sind außerdem guten Mutes, dass die Relax-Zone im Hinterhof eine für die Anwohner akzeptable Lösung wäre, denn ein Großteil des Betriebes würde sich abspielen, solange die Sonne scheint. Sonnenschirme, Liegestühle und Banner außen herum könnten aus dem Grau einen bunten Anziehungspunkt schaffen, der zur Belebung der Innenstadt beitragen kann. Schweigert und Braune haben noch einige Mitstreiter aus ihrer Clique gefunden, die bereit wären, mit anzupacken, sei es beim Hin- und Wegräumen des Sandes oder beim Servieren von Cocktails. Ihre Idee haben sie am Donnerstag Vertretern der Stadtverwaltung vorgestellt. Dort werden die Vorschläge nun geprüft. Eine nähere Stellungnahme wollte man von dieser Seite noch nicht geben.
Die beiden hoffen darauf, aus dem Rathaus grünes Licht zu bekommen, zumal der Aufwand für die Stadt, wie sie betonen, "praktisch null" sei. Wegen der Möblierung sei man mit Getränkefirmen im Gespräch. "Wir würden den Stadtstrand natürlich gern so schnell wie möglich eröffnen, um das schöne Wetter auszunutzen", sagt Schweigert. Denn eines ist klar: Zum Korbmarkt oder spätestens Anfang Oktober wäre Schluss mit sommerlichem Flair und warmem Sand zwischen den Zehen.
Interesse gibt es, dessen sind sich die Initiatoren sicher: "Jeder potenzielle Besucher, den wir gefragt haben, war aus dem Häuschen. Nun möchten wir das Projekt unbedingt machen."