Ein jahrtausende altes Kupferbeil, Eimergroße Keramikgefäße oder der bronzene Kopfschmuck einer Frau: All diese archäologischen Funde stammen aus der Erde rund um den Staffelberg. Zu sehen sind sie und zahlreiche weitere Zeugnisse der Menschheitsgeschichte seit neuestem im Stadtmuseum Bad Staffelstein. Dort wurde die archäologische Abteilung komplett neu gestaltet.

Die Modernisierung sei im Zusammenhang mit dem Projekt "Entdeckungen auf den Spuren der Kelten - eine Reise durch Geschichte und Natur" im Bad Staffelsteiner Land erfolgt, erklärte die Museumsleiterin Adelheid Waschka. Für sie war die Eröffnung ein besonderer Moment. Mit sympathischer Nervosität dankte sie den zahlreichen Firmen, Wissenschaftlern, Privatpersonen und Institutionen, die an der Neugestaltung beteiligt waren.

Überzeugendes Konzept

"Die Planungen haben im vergangenen Jahr begonnen und aktiv haben wir seit sechs Monaten an der Ausstellung gearbeitet", sagt Waschka. Und diese Arbeit kann sich sehen lassen: Im großen Raum im ersten Stock des Museums riecht es noch etwas nach frisch gestrichenen Wänden, deren Weiß harmoniert mit den glänzenden Vitrinen. Darin sind die Fundstücke mit kleinen Erläuterungen präsentiert.

Im Wesentlichen ist die archäologische Abteilung in zwei Einheiten gegliedert. Ein Zeitstrahl, der sich über eine der Seitenwände zieht, dient als Orientierungs- und Erklärungshilfe. Dort sind Ausstellungsstücke in kleinen Glaswürfeln den jeweiligen Epochen beiseite gestellt - ergänzt durch Texte zu den jeweiligen Zeiten.

Kreative Museumsarbeit

Im Raum sind thematische Schwerpunkte gesetzt. Eine große Landkarte zeigt die bisher bekannten Fundstellen steinzeitlicher Kulturen in der Umgebung des Staffelbergs. Eine besonders kreative Idee ist eine große Fotowand des "Hohlen Steins bei Schwabthal", einem bedeutenden Ritual- und Siedlungsplatz der Jungsteinzeit.
In diesem Foto sind Schaukästen eingearbeitet, die Knochen vom frühen Menschen und andere Fundstücke zeigen. Die Besiedlungsgeschichte des Staffelbergs oder die Bronzezeit sind weitere Schwerpunkte der Ausstellung. Die Texttafeln sind nicht überfrachtet und geben kurze und treffende Erklärungen.

Die Ausstellung ist eine Reise von den ersten Spuren der Menschen in unserer Region - 125 000 vor Christus - bis hin zur Völkerwanderung und dem Mittelalter. Denn in fast jeder Epoche haben die Vorfahren der Staffelsteiner, Ebensfelder und Unterzettlitzer ihre Spuren hinterlassen.

Leihgaben aus München

Bei den Fundstücken handelt es sich um eine Mischung von Objekten aus dem eigenen Bestand, Leihgaben vieler Privatleute des Bad Staffelsteiner Raumes und aus der Archäologischen Staatssammlung in München und anderen Institutionen.

"Das Besondere dieser Ausstellung ist auch, dass die Funde direkt in ihrer Region ausgestellt werden", sagt Archäologe Nils Ostermeier, der das Museum während der Neugestaltung beraten hat. Diese Ansicht teilt auch Museumsleiterin Waschka: "Es ist der Schatz unserer Region. Die heutigen Stadtteile sollen zur Geltung kommen."

Einen großen Raum nehmen die Kelten in der Ausstellung ein. Sie siedelten mit unterschiedlicher Intensität um den Staffelberg und befestigten ihn. Deshalb ist die neue archäologische Abteilung auch als Teil des Projektes "Keltenwege" zu sehen. Damit wolle die Stadt einen weiteren Anreiz für Besucher schaffen, länger in der Region zu bleiben, so Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU).



Geschichte des Staffelbergs und Museumsinfos

Besiedlung Vor- und frühgeschichtliche Funde geben Zeugnis einer frühen Besiedlung des Staffelbergs. Bereits 5000 v. Chr. besiedelt, erlangte der Felsvorsprung in den vorchristlichen Jahrhunderten seine volle Blüte. Die Exponate vermitteln, wie die Kelten gewohnt und gelebt haben.

Öffnungszeiten
Von April bis Oktober hat das Stadtmuseum Bad Staffelstein von Dienstag bis Freitag zwischen 10 und 12 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr geöffnet. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ist es von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Telefon 09573/331030