Bad Staffelstein Er ist Rekordspieler der deutschen Nationalmannschaft. Bei den Männern und der U23 hat er zahllose Medaillen gewonnen. Und seit Kurzem ist er Mitglied in der neu gegründeten "Hall of Fame": Torsten Reiser vom Kegel-Bundesligisten SKC Staffelstein. Viele Sportarten ehren in einer Art Ruhmeshalle ihre größten Sportler und Trainer. Nun zieht der Deutsche Keglerbund Classic (DKBC) nach.

"Ich freue mich riesig, mit Ikonen wie Friedhelm Zänger in einer Reihe zu stehen und Teil dieses illustren Kreises zu sein", sagt Reiser. Als erfolgreichster noch aktiver Sportkegler wurde er in die Ruhmeshalle des deutschen Kegelsports aufgenommen wurde. "Für die Arbeit in den vergangenen 20 Jahren ist das eine tolle Wertschätzung." Die Kriterien für eine Aufnahme: Gold bei einer Weltmeisterschaft und mindestens 50 internationale Einsätze. Torsten Reiser hat die Anforderungen übererfüllt.

Reiser knackt 700er-Marke

Mit 90 Länderspielen ist der Forschungs- und Entwicklungsmonteur der am häufigsten in der Nationalmannschaft eingesetzte Classic-Akteur. Bei den Männern holte der in Tettnang am Bodensee lebende Reiser zehn WM-Medaillen, davon zweimal Gold. In der U23 stehen neun Medaillen (vier Titel) zu Buche. Reiser war 2013 in Apatin (Serbien) der erste deutsche Kegler, der die 700er-Marke knackte. Sein Abschied aus der Nationalmannschaft 2018 sei der Grund, als noch aktiver Kegler in die Ruhmeshalle aufgenommen zu werden. Mit der Gründung der ,Hall of Fame' hat sich der Verband (DKBC) selbst ein Geschenk gemacht.

Denn passend zum 20. Jubiläum, das der Verband in diesem Jahr feiert, ehrt der DKBC die besten Kegler und Keglerinnen. "Ein langersehnter Wunsch geht in Erfüllung. Seit mehr als acht Jahren habe ich den Gedanken, die "Hall of Fame" zu gründen. Jetzt ist die Zeit aus meiner Sicht reif, aus beiden Lagern die zu ehren, die den Kegelsport mit geprägt haben", erklärt DKBC-Sportdirektor Harald Seitz auf der Verbands-Homepage. In den Jahren zuvor sei immer etwas dazwischen gekommen, etwa die Abspaltung der Deutschen Classic-Kegler-Union (DCU). Mit der "Hall of Fame" würden Sportler und Sportlerinnen beider Lager für ihre Leistungen gewürdigt.

Reiser auch im Jury-Vorsitz

Als erste Mitglieder wurden der ehemalige Bundestrainer Karlheinz Schmidt und Werner Buch, DKBC-Nationaltrainer des Nachwuchses, aufgenommen. Es folgten weitere verdiente Kegler und Keglerinnen - wie der Staffelsteiner Torsten Reiser. Teil der Ruhmeshalle zu sein, sei eine ganz besondere Ehre und trotz aller Erfolge nicht zu erwarten gewesen. An der neu gegründeten "Hall of Fame" arbeitete Torsten Reiser im Vorfeld mit, hat in der Jury den Vorsitz übernommen. "Ich habe bei der Ausarbeitung mitgeholfen, aber keinen Einfluss auf die Wahl genommen. Das geht auch gar nicht, denn die Entscheidung fällt schlussendlich das Präsidium", sagt Reiser. Schon vor seiner Aufnahme in die "Hall of Fame" bekam der zweifache Familienvater eine besondere Auszeichnung.

Als erster Sportler wurde Reiser vom Deutschen Kegel-Bund (DKB) für seine sportlichen Leistungen und sein Verhalten vor und nach internationalen Einsätzen geehrt. Am 28. März folgt die nächste Würdigung seiner sportlichen Erfolge. Dann werden die ersten Mitglieder offiziell in die neue "Hall of Fame" aufgenommen. Wer diese besuchen möchte, kann das vorerst nur im Internet machen. "Es gibt Überlegungen, einen Raum zur "Hall of Fame" einzurichten. Aber wo das sein wird, steht noch nicht fest", sagt Reiser. Mit der Aufnahme in die Ruhmeshalle erreicht der seit 2015 für Staffelstein spielende Reiser den nächsten Meilenstein in seiner langen und erfolgreichen Laufbahn.