Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass sich der Kronacher SK und der SV Seubelsdorf das letzte Mal begegneten. Dies wussten die Gastgeber vom Kronacher Schachklub ihren Seubelsdorfer Gästen zu erzählen, die ihnen in die Regionalliga Nordwest gefolgt sind.

Die Gäste wollten nach Bamberg wieder eine in der Tabelle vorne mitspielende Mannschaft bezwingen und für den Ligaverbleib punkten. Dies gelang nach einer spannenden Begegnung nur zum Teil. Mit dem 4:4 nahm der SVS zumindest einen Punkt mit. Kronacher SK - SV Seubelsdorf 4:4

Am zweiten und dritten Brett kam es wie so oft, wenn das Angriffspotenzial sehr rasch entfaltet werden soll: Es erschöpfte sich genauso schnell. Daher schlossen sowohl Michal Michalek als auch Matthias Bergmann mit ihren Kronacher Spielpartnern alsbald Frieden.

An Brett 7 ließ Uwe Voigt auf verschlungenen Wegen seine beiden Springer nacheinander in die beengte Stellung des Kontrahenten hineingaloppieren. Beim ersten Mal sicherte sich Voigt dadurch das Läuferpaar. Die zweite Springerexkursion verhalf einem freischwebenden Turm dazu, die feindliche Dame mitten auf dem Brett zu erbeuten, was die Partie innerhalb von 20 Zügen zugunsten des Seubelsdorfers entschied.

Mittlerweile zogen die Partien an den mittleren Brettern einige Schaulustige an. Ivan Adamovic und sein Gegenspieler nutzten an Brett 4 entgegengesetzte Rochaden jeweils für einen wuchtigen Königsangriff. Marko Hofmann ließ an Brett 5 seinen Monarchen gleich in der Brettmitte stehen und versuchte auf der Königsseite durchzubrechen, während er seinen gesamten Damenflügel preisgab. Kurz bevor es dort zu ernsthaften Einbrüchen kommen konnte, durchstieß Hofmann mit seinen Schwerfiguren den Bauernwall, der ihn noch vom gegnerischen Monarchen getrennt hatte, und punktete. Adamovic hatte inzwischen seinen Vorteil durch einige unentschlossene Züge verloren, und als sein König dazu gezwungen wurde, vor die Verteidigungslinien zu laufen, war dessen Schicksal besiegelt.

An zwei weiteren Brettern wurde nicht minder intensiv gekämpft. Beim frischgebackenen oberfränkischen U16-Einzelmeister Tobias Kolb brachten wechselnde Materialkonstellationen keine Seite in Vorteil, so dass ein Remis die logische Konsequenz war. Mannschaftskapitän Christian Gebhardt opferte einen Bauern und erhielt dafür freies Spiel auf den offenen Linien des Damenflügels, was ihm aber letztlich keine großen Erfolgsaussichten brachte und er sich mit dem Kronacher auf ein Remis einigte.

In dieser Situation, in der Seubelsdorf immer noch mit einem Punkt führte, hatte Jürgen Gegenfurtner am Spitzenbrett einen Aufmarsch vor seinem König nicht allzu ernst genommen, geriet jedoch gegen Ende positionell und von seiner Bedenkzeit her unter Druck. Objektiv gesehen war es also ein Fehler seines Gegners, nun Remis anzubieten, statt seinen Vorteil umzusetzen. Doch Gegenfurtner lehnte das Angebot ab - der nächste Fehler. Da er kurz darauf verlor und auch Gebhardt nicht über ein Remis hinausgekommen war, brachte dies in einer Begegnung, die für sie schon verloren schien, doch noch ein aus Sicht der Kronacher günstiges 4:4. uv