Trotz einer couragierten Leistung gegen den amtierenden deutschen Kegel-Meister und Champions-League-Sieger Rot-Weiß Zerbst mussten die Männer des SKC Staffelstein mit einer 2:6-Niederlage die Heimreise aus Sachsen-Anhalt antreten.
Mit der Gesamtkegelzahl von 3854 haben die Männer um Teamchef Hans-Karl Brütting aufhorchen lassen. Diese Holzzahl wurde bisher von keiner Gastmannschaft in Zerbst erzielt. Die Staffelsteiner rangieren trotz der Niederlage weiterhin auf Platz 3 in der Bundesliga-Tabelle und profitieren von der unerwarteten 3:5-Heimniederlage Schwabsbergs gegen Lorsch.


Echtes Spitzenspiel

Die Begegnung des Tabellenersten Zerbst gegen den -dritten Staffelstein wurde den Erwartungen eines Topspiels gerecht. Mit spannenden Duellen und hohen Kegelzahlen wurden die zahlreichen Zuschauer in Zerbst für ihr Kommen belohnt. Bereits im ersten Duell zwischen dem Zerbster Jürgen Pointinger und Julian Hess wurden hohe Ergebnisse erzielt. Hess hatte gegen den stark aufspielenden Zerbster seine liebe Not und musste dies schließlich anerkennen. Mit einem 1:3 nach Sätzen und 654:699 Kegeln ging der Mannschaftspunkt klar an den deutschen Meister. Mit dem Weltklasseergebnis von 699 Kegeln verfehlte Pointinger den Bahnrekord in Zerbst nur um drei Kegel. Ein engeres Duell sahen die Zuschauer im Aufeinandertreffen zwischen Mathias Weber und Torsten Reiser. Reiser gestaltete bis zum dritten Satz das Spiel bei einem 1:2-Satzrückstand und elf "Miesen" offen. Im vierten Satz musste Reiser den Zerbster ziehen lassen und konnte die 1:3-Niederlage bei 643:666 Kegeln nicht mehr verhindern.


Duell auf Weltklasseniveau

Im Duell des SKClers Marcus Gerdau gegen Manuel Weiß spielten beide auf Weltklasseniveau und schenkten sich nichts. Mit 193:188 holte sich der Staffelsteiner die Führung. Weiß konterte mit 164:152 und glich zum 1:1 aus. Das spannende Duell ging weiter und wurde erst mit den letzten Würfen entschieden. Mit einem 2:2 nach Sätzen und dem Ergebnis von 683:676 zugunsten des Zerbsters wurde die kämpferische Leistung des Staffelsteiners nicht belohnt.
Die Parallelpaarung zwischen Uros Stoklas auf Seiten des deutschen Meisters und Jaroslav Hazva begann vielversprechend für den Gast. Aber wie in den letzten Spielen verlor der Staffelsteiner nach gutem Beginn seine Sicherheit im Abräumen. Stoklas nutze jeden noch so kleinen Fehler von Hazva und gewann sein Spiel sicher mit 4:0 bei klaren 669:594 Holz. Damit führte Zerbst mit 4:0 Mannschaftspunkten und 150 Kegeln. Es bahnte sich ein Debakel für den SKC an.


Jelinek mit starker dritter Bahn

Nun lag es an Miroslav Jelinek und Jiri Vicha gegen die Zerbster Thomas Schneider und Boris Benedik den Ehrenpunkt zu ergattern. Jelinek musste im ersten Satz Schneider im Abräumen noch ziehen lassen, entschied aber den zweiten Durchgang für sich. Der dritte Abschnitt ging mit starken 175:145 nach Staffelstein, und Jelinek führte mit 2:1 und 24 Holz. Schneider haderte mit seinem Spiel. Jelinek konnte dies nicht vollends nutzen, das 158:158 reichte dem Tschechen im SKC-Trikot für den ersten Mannschaftspunkt.
Im letzten Duell ging Boris Benedik für den deutschen Meister in Führung. Vicha entschied mit seinem geduldigen Spiel den zweiten Durchgang für sich. Zerbst wechselte daraufhin den auf Grund einer überstandenen Grippe noch nicht ganz fitten Benedik aus, um mit Fabian Seitz frischen Wind ins Duell zu bringen. Den Staffelsteiner brachte dies aber nicht aus der Ruhe, er zog sein Spiel durch und verbuchte mit einem 2:2 und 616:585 Kegeln den zweiten Mannschaftspunkt für die Badstädter.
Trotz der Niederlage war Teamchef Hans-Karl Brütting nicht unzufrieden: "Wenn man beim deutschen Meister und Champions-League-Sieger mit 3854 Kegeln das beste Ergebnis einer Gastmannschaft spielt, kann man erhobenen Hauptes die Heimreise antreten. Mit der Teamleistung bin ich zufrieden. Wir können selbstbewusst die Aufgabe am Samstag gegen Schwabsberg angehen." tor
Rot-Weiß Zerbst - SKC Staffelstein 6:2
(15,5:8,5 Sätze, 3949:3854 Holz)
Pointinger - Heß 3:1 (699:654)
Weber - Reiser 3:1 (666:643)
Weiss - Gerdau 2:2 (683:676)
Stoklas - Hazva 4:0 (669:594)
Schneider - Jelinek 1,5:2,5 (647:671)
Benedik/Seitz - Vicha 2:2 (585:616)