Im Nürnberger Knoblauchsland erlebte der FC Lichtenfels ein Spiel, das einer Achterbahnfahrt glich. Hatte man eine Begegnung, die man zwischenzeitlich eigentlich für sich entscheiden hätte müssen, schon verloren geglaubt, so rettete Joker Adrian Kremer mit der letzten Aktion des Spiels dem Grau-Team einen unterm Strich verdienten Punkt.


Landesliga Nordost

TSV Nürnberg-Buch -
FC Lichtenfels 3:3

Einmal mehr fragten sich die Zuschauer in Mittelfranken, wieso ausgerechnet der FC Lichtenfels als einziges Team der Landesliga Nordost auswärts noch ohne Sieg in dieser Saison geblieben ist. Wie in der Vorwoche beim Spitzenreiter in Erlangen überzeugte der FC auch beim Tabellenzweiten TSV Buch über weite Strecken.
Die Abtastphase dauerte bis zur 20. Minute, dann musste Gäste-Keeper Schulz gegen Brehm den Rückstand verhindern. Im Gegenzug schoss Hönninger knapp über den Querbalken. Doch schon in der 25. Minute durften die Lichtenfelser jubeln: Uttinger hatte den Ball vertändelt, Hönninger mit viel Übersicht auf Jankowiak gepasst, der sich nicht zweimal bitten ließ und satt zum 1:0 einschoss. Die Führung hielt aber nur sechs Zeigerumdrehungen, dann ließen die Bucher Jungs einmal ihr Können aufblitzen. Über Ell und Schreiner lief der Ball wie am Schnürchen und Torjäger Lang netzte zielsicher zum 1:1-Pausenstand ein.
Aus der Kabine kamen die Hausherren wacher. Uttinger (48.) und Christian Fleischmann (51.) verpassten die Führung, die dann der FCL in der 52. Minute markierte. Nach Vorlage von Oppel war Hönninger zur Stelle - 1:2. Es war ein Wirkungstreffer für den Aufstiegskandidaten, doch die Lichtenfelser versäumten, entscheidend nachzulegen. Lukas Dietz scheiterte per Distanzschuss an der Latte (58.), Oppel nach einem Konter frei vor Gordzielik (59.) und nach der folgenden Ecke setzte der Torjäger den Ball in den Fangzaun. Lichtenfels drückte auf das 1:3 - Lukas Dietz und Jankowiak (65.), Oppel und Jankowiak (67.) vergaben die Doppelchancen.
Dass sich so etwas im Fußball für gewöhnlich rächen kann, ist keine neue Erkenntnis. So war es ausgerechnet der nach Hochzeit von der Bank gekommene TSV-Kapitän Thomas Reichel, der einen Freistoß von Schindler per Kopf ins Tor beförderte (70.). Und plötzlich hatte Buch wieder Oberwasser, auch wenn Jankowiak per Ecke direkt noch einmal den Pfosten traf (80.). Glück hatte Lichtenfels, als Yilmaz einen der wenigen kapitalen Schnitzer der Gäste nicht nutzte. Pech war es freilich dann in der 88. Minute, als Hönninger einen Schindler-Freistoß per Kopf ins eigene Tor verlängerte.
Lichtenfels schien am Boden, der Auswärtsfluch machte sich breit, doch ehe Referee Haase die dreiminütige Nachspielzeit verkündet hatte, parierte Schulz einen Ell-Freistoß großartig und mit der wirklich letzten Aktion traf Kremer tatsächlich noch zum letztlich doch verdienten 3:3-Ausgleich, entledigte sich seines Trikots und war zunächst einmal begraben von überschwänglich jubelnden Teamkameraden.