Die Handballer der HG Kunstadt fassen so langsam Fuß in der Landesliga Nord. Am fünften Spieltag feierte das Team von Spielertrainer Johan Andersson nicht nur den ersten Heimsieg der Saison, sondern bewies beim klaren 31:23 (16:11)-Erfolg gegen den Tabellenvierten HSG Fichtelgebirge, dass man mit dem nötigen Tempo mit jedem Team dieser Liga mithalten kann. Allerdings beging der Gast aus dem Fichtelgebirge am Sonntag auch einen schweren Fehler.

Marktredwitzer unterschätzen die HGK

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Die Männer von HSG-Trainer Vladimir Haber waren mit 6:2 Punkten im Gepäck und mit breiter Brust an den Obermain gekommen. Was sie aber nicht dabei hatten, war ein Plan, wie man dem entschlossen aufspielenden Liganeuling entgegentreten sollte. "Die HSG hat uns gnadenlos unterschätzt", resümierte Kunstadts Kapitän Oliver Oester, der mit sieben Treffern einen bärenstarken Tag gegen die HSG erwischt hatte. Der Kapitän war mit seiner Torausbeute aber auch nicht der einzige Erfolgsgrund für die Gastgeber. Johannes Bauer, Johan Andersson, Hajck Karapetjan und Marco Scholz trafen ebenfalls mindestens fünfmal. Die Mannschaft trat vor allem in der Offensive unheimlich geschlossen und zielstrebig auf. Dem daraus resultierenden Tempo konnten die Gäste phasenweise nicht mehr folgen.

HGKler schneller zurück

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Dabei verlief die Anfangsphase noch ganz nach dem Geschmack der Marktredwitzer. Die Männer aus dem Fichtelgebirge waren bis zum 5:7 (12. Minute) vor allem über ihre schnelle zweite Welle erfolgreich. Allerdings hatte die HGK dieses Rezept relativ schnell durchschaut und präsentierte sich in der Folge in der Rückwärtsbewegung konzentrierter.

HSG scheitert an Kunstadter Abwehr

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Aus dem gebundenen Spiel biss sich die Haber-Truppe an der gut organisierten Abwehr der Gastgeber um den wieder einmal glänzend aufgelegten Schlussmann Alexander Kießling die Zähne aus. Tarek Legat brachte die HGKler mit 8:7 (16.) in Führung. Danach hatten die Kunstadter ihre Gäste im Griff. Die meist undurchdachten und vorzeitigen Abschlüsse parierte die HGK-Defensive fast nach Belieben und kam vorne von vielen unterschiedlichen Positionen aus zum Torerfolg. Der Treffer zum 16:11-Pausenstand durch den ebenfalls starken Johannes Bauer beendete eine überraschend einseitige erste Hälfte.

Höhepunkt: Kempa-Trick in Unterzahl

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Und auch im zweiten Abschnitt fanden die Ostoberfranken keinen Bezug zum Geschehen auf dem Spielfeld. Zwar bewiesen Johannes Wippenbeck und Markus Tröger immer wieder ihre individuelle Klasse, doch gegen das Kunstadter Kollektiv reichte das nicht aus. Höhepunkt der HSG-Demütigung war der spektakulär abgeschlossene Kempa-Trick von Johannes Bauer zum 23:15 (42.) in Unterzahl. Allein Gästeschlussmann Christopher Gruber zeigte mehrmals seine ganze Klasse, konnte aber den am Ende deutlichen und verdienten 31:23-Erfolg der HG Kunstadt nicht verhindern.

Die Statistik

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HG Kunstadt: Kießling, Ho. Karapetjan - O. Oester (7), Bauer (7), Andersson (6), HaKarapetjan (5/1), Scholz (5), Legat (1), Jung, Maile, Lakiza, N. Oester / HSG Fichtelgebirge: Brosko, Gruber - Wippenbeck (8), Tröger (7), Flasche (3), Petricevic (2/1), Danielka (2), Burger (1), Englbrecht, Berger, Birner, Fronk / SR: Richter, Herrmannstädter (beide Herzogenaurach)