Der Altenkunstadter Radprofi vom Pro-Continental-Team Net-App erfüllt sich am Ostersonntag einen Radfahrer-Traum, der für dieses Jahr eigentlich am 9. März schon geplatzt schien, als sich der 24-Jährige beim Eintagesrennen Dwars Door Drenthe bei eine Sturz das Schlüsselbein brach und operiert werden musste. So verpasste Janorschke bereits die Flandern-Rundfahrt, ebenfalls ein Rennen der World-Tour-Klasse, bei dem viele Topfahrer am Start sind.

Nur drei Wochen Pause nach OP


Doch drei Wochen nach der Schulteroperation fuhr der Altenkunstadter am vergangenen Samstag wieder ein Rennen. Bei der Volta-Limburg-Classic testete Janorschke über gut 180 km seine Form, wurde dann aber vor den zwei Zielrunden wie der Großteil des Feldes aus dem Rennen genommen. Mit Platz 3 seines Teamkollegen Daniel Schorn feierte das Team Net-App aber eine Podiumsplatzierung.
Janorschkes sportlicher Leiter, Jens Heppner, war nach der Zwangspause recht zufrieden: "Grischa ist jetzt wieder im
Formaufbau und dafür war das Rennen genau richtig. Er ist bei diesem schweren Rennen gut gefahren. Als Comeback war das sehr gut." Die Generalprobe folgte am Mittwoch beim Scheldeprijs in Belgien (1. HC), wo der Oberfranke mit 6:07 Min. Rückstand auf den Sieger Marcel Kittel (Argos-Shimano) Rang 151 belegte. Bei regennassen Straßen war die 100. Auflage des Rennens von vielen Stürzen geprägt. In der entscheidenden Phase von Flanderns flachstem Klassiker, auf den Zielrunden in Schoten, wurde das Net-App-Quintett durch einen Sturz zersplittert, so dass nur noch Michael Schwarzmann und Blaz Jarc vorn dabei waren. Für die beiden sprang nur Rang 21 und 28 heraus.

Live im Fernsehen


"Für mich war es ein guter Test vor Roubaix", berichtete Janorschke, der auf eigenes Risiko startet, aber unbedingt bei dem Klassiker am Ostersonntag am Start stehen will, der ab 13 Uhr live im Fernsehen bei Eurosport übertragen wird. "Nach meinem Sturz vor vier Wochen, hätte ich nicht gedacht, dass es geht, doch die beiden Rennen haben mir gezeigt, dass die Schulter hält." Am Gründonnerstag fuhr der Altenkunstadter mit seinem Team bereits neun der 27 Pavé-Abschnitt ab. "Auch auf dem Kopfsteinpflaster hatte ich keine Probleme. Das einzige Ärgerliche ist, dass ich natürlich, bedingt durch die Rennpause, nicht in richtig guter Form dort starte." An Karfreitag fuhr die Net-App-Mannschaft über zwei Stunden sich die Beine locker. Am Samstag ist ein Ruhetag eingeplant, ehe am Sonntag um 10.10 Uhr der Startschuss für den Höhepunkt der Klassikersaison fällt.
257,5 Kilometer wird die Strecke von Compiègne nach Roubaix in diesem Jahr umfassen. Nach etwa 100 Kilometern kommt das erste von 27 Pavé-Stücken. Insgesamt erwarten die Fahrer 51,5 Kilometer Kopfsteinpflaster, der letzte Abschnitt kurz vor dem Ziel, das sich auch diesmal wieder im Velodrom von Roubaix befindet.
"Im letzten Jahr haben wir uns zu Beginn des Rennens in Gruppen präsentiert. Timon Seubert ist schließlich in der Fluchtgruppe des Tages gefahren und hat das Rennen über weite Strecken mitbestimmt. In diesem Jahr wollen wir uns noch steigern und mit Timon oder Markus Eichler einen Fahrer möglichst weit vorn platzieren", gibt der sportliche Leiter von Net-App, Enrico Poitschke, die Marschroute vor.