Nach der 2:23-Niederlage gegen den amtierenden deutschen Meister Wacker Burghausen am Samstag standen die Bundesligaringer des AC Lichtenfels keine 24 Stunden später beim SV Johannis Nürnberg am Sonntagnachmittag erneut auf der Matte. Mit zahlreicher Unterstützung angereist, sorgten die Lichtenfelser schon vor Kampfbeginn für gute Stimmung. Auch nach der Waage hatten sich die ACler Hoffnungen auf den ersten Sieg gemacht, sofern die Schlüsselkämpfe gut verliefen. Nach einigen überraschenden Wertungen und strittige Kampfrichterentscheidungen stand mit 9:16 allerdings die fünfte Niederlage zu Buche. Zumindest hat der Aufsteiger gezeigt, dass er mit den etablierten Teams mithalten kann.

Zurabyan macht kurzen Prozess

Der ACler Karen Zurabyan (57 kg, Freistil) ließ Daniel Walter keine Chance. Nach einem schnellen Angriff in der Oberlage, drehte er den Nürnberger einige Male und hatte nach 41 Sekunden den technische Überlegenheitssieg gesicherte (4:0).

Metodiev verliert trotz hohem Gewichtsvorteil

Miloslav Metodiev (130 kg, griechisch-römisch) stand dem 40 Kilogramm leichteren Emil Sandahl gegenüber. Der ACler zwang den Nürnberger zunächst in die Passivität und sicherte sich den ersten Punkt und die Oberlage. Dort drehte der Lichtenfelser seinen Kontrahenten für weitere Punkte. In der zweiten Runde legte Sandahl ein hohes Tempo vor, mit dem Metodiev, trotz aller Kraftvorteile, Probleme hatte. Nach einer Verwarnung war seine Führung auf 2:3 geschrumpft, die folgende angeordnete Bodenlage kostete einen weiteren Punkt und brachte dem Nürnberger den Sieg. Damit verschlechterten sich die Aussichten auf einen Erfolg schlagartig (4:1).

Jozsef Andrasi (61 kg, gr.-röm.) tat sich gegen Jacopo Sandron schwer. Im Laufe der sechs Minuten Kampfzeit gelang ihm lediglich ein Punkt, während der Nürnberger neun verbuchte (4:4).

Meixner wird ausgepunktet

Christoph Meixner (98 kg, Fr.) gelang es gleich zu Beginn, das Bein des Nürnbergers Abraham Conyedo Ruano zu sichern, eine Wertung blieb allerdings aus. Von da an übernahm sein Gegner und schickte den ACler zum Pausengong mit 16:0 von der Matte (4:8).

In einem erstklassigen Kampf besiegte Bastian Hoffmann (66 kg, Fr.) den Nürnberger Stoyan Iliev. Schnell sicherte sich der ACL-Neuzugang die Oberlage, da die Kampfrichterin die Situation aber als Mattenflucht des Nürnbergers bewertete, musste Hoffmann sich mit einem statt zwei Punkten zufriedengeben. Eine erfolgreiche Aktivitätszeit und eine Aktion nach außen erhöhten die Führung, ehe die Offizielle den ACler verwarnte - diesmal bestraft mit einem Punkt. Iliev verkürzte gegen den etwas aus dem Konzept gebrachten Hoffmann noch auf 3:4, so dass nur ein Zähler aufs Lichtenfelser Konto kamen (5:8).

Passivitätswertungen entscheiden

Der ACler Hannes Wagner (86 kg, gr.-röm.) und Zoltan Levai lieferten sich einen kräftezehrenden Kampf, in dem alle drei Punkte durch Ermahnungen wegen Passivität zustande kamen. Letztlich gewann der Nürnberger mit 2:1 einen Punkt für die Grizzlys (5:9).

Rumen Savchev (71 kg, gr.-röm.) ging mit enormem Vorwärtsdrang gegen Deniz Menekse auf die Matte, sicherte sich die Oberlage und damit die Führung. In Runde 2 machte er so weiter, wurde aber von einer Schleuder kalt erwischt und lief plötzlich einem Drei-Punkte-Rückstand hinterher. Trotz des Schreckmoments, als er in der Folge des Wurfes seine Verletzungszeit beanspruchen musste, brachte er den Kampf zu Ende, dennoch gingen zwei Zähler an Nürnberg (5:11).

Sokalski siegt überlegen

Der ACler Andrzej Sokalski (80 kg, Fr.) zeigte sich ausgesprochen aktiv gegen Eduard Tatarinov. Einem Beinangriff ließ er Punkte am Boden folgen. Einen weiteren tiefen Angriff und weitere Umdrehungen am Boden später war die Führung auf 15:0 angewachen, was nach 4:02 Minuten zum technischen Überlegenheitssieg reichte (9:11).

Johannes Lurz (75 kg, Fr.) versuchte gegen Tim Stadelmann, was ging. Dieser war jedoch in jeder Situation etwas besser, was nach sechs Minuten zu einem Punktestand von 0:8 führte und drei Zähler aufs Johannis-Konto brachte (9:14).

Thumshirn

Damit war der Mannschaftskampf entschieden. Dennoch gab Achim Thumshirn (75 kg, gr.-röm.) gegen den Nürnberger Sven Dürmeier alles. Der Gastgeber ging durch die erste Oberlage in Führung. Zum großen Unmut der ACL-Fans wurde auch die zweite Oberlage dem Gastgeber zugesprochen. Der Vorwärtsgang des Lichtenfelsers brachte schließlich einen Punkt, den Kampf zu drehen, gelang ihm aber nicht mehr (9:16).dam