Holger Seitz (41) ist seit Sommer 2015 hauptamtlicher Trainer der U19 des FC Bayern München. Zuvor war er acht Jahre lang beim Bayerischen Fußball-Verband tätig. "Jetzt war es für mich aber einfach an der Zeit, eine neue Herausforderung zu suchen", sagte Seitz am Rande des Testspiels gegen RB Leipzig in Neudrossenfeld (0:2). Auf die Frage, was mehr Spaß macht, hat Holger Seitz sehr schnell ein Antwort: "Natürlich Vereinstrainer, denn man hat eine Mannschaft jeden Tag zur Verfügung und man kann eine andere Beziehung zu den Spielern aufbauen."


Beste Bedingungen

Und bei den Bayern findet Seitz natürlich allerbeste Arbeitsbedingungen vor. Um die 27 Feldspieler und drei Torleute bei der U19 des Deutschen Rekordmeisters kümmern sich neben Seitz sechs weitere Leute.
Zwischen 1995 und 2000 kickte Holger Seitz für die Amateure des FC Bayern. Der Kontakt zum Verein ist seitdem nie abgerissen. Die alten Verbindungen brachten Seitz im Sommer 2015 den Posten des U19-Trainers ein. "Ich kenne bei Bayern noch viele Leute wie Wolfgang Dremmler oder Michael Tarnat", sagt Holger Seitz.
Gleich fünf Spieler aus seiner A-Junioren-Mannschaft waren mit den Profis im Trainingslager in Katar. Für Holger Seitz ist vor allem der erst 15-jährige Torwart Christian Früchtl ein besonderer Fall: "Er ist ein großes Talent und bringt auch super Voraussetzungen mit. Wenn einer begabt ist und so eine Persönlichkeit mitbringt wie er, dann spricht nichts dagegen, ihn schon in diesem Alter mit ins Trainingslager der Profis zu nehmen." Eine hohe Meinung hat Holger Seitz auch von Niklas Dorsch aus Baiersdorf bei Altenkunstadt: "Niklas ist einfach ein toller Junge. Für ihn war es aber nicht einfach, denn zum Ende der vergangenen Saison hatte er mit seinem Wadenbeinbruch eine schwere Verletzung. Niklas hat aber eine super Reha gemacht und alles dafür gegeben, dass er im Herbst noch zur U17-WM nach Chile mitreisen konnte." Das habe aber nur funktioniert, weil Niklas die richtige Mentalität hat. Seitz sagt: "Er ist ein Riesentalent und hat einen großen Willen."
Bayerns Cheftrainer Pep Guardiola habe aber nicht die Zeit, sich bei den A-Junioren umzuschauen, dafür habe er seine Scouts. Holger Seitz: "Er hat aber natürlich Interesse für unsere Jung-Profis Dorsch, Benko und Friedel. Das Verbindungsglied zwischen Profis und uns ist aber Co-Trainer Hermann Gerland." Die Entscheidung von Guardiola, im Sommer nach England gehen zu wollen, respektiert Seitz.
"Der Fußball, den der FC Bayern unter ihm spielt, ist wirklich allererste Sahne. Jeder im Verein hätte es super gefunden, wenn Pep weiter gemacht hätte. Wenn er aber sagt, er braucht eine neue Herausforderung, dann ist es ja auch nur ehrlich."