Der Franken-Bike-Marathon (FBM) ist eine feste Größe in der Radfahrszene. Am Sonntag wird er 22 und nimmt einen Stadtteil in Beschlag. Historie und Histörchen zu einer sportlich gewachsenen Erstaunlichkeit in Form eines Abc. Ä wie ältester Teilnehmer: Rainer Stiehler ist 72 Jahre alt. Er fing überhaupt erst mit 57 Jahren wieder das Radeln an und eigentlich kommt er vom Motocross. Geht es nach ihm, ist seine Teilnahme mindestens die vorvorvorletzte. "Wenn ich bis 75 fahren könnte, wäre ich glücklich." Ausrichter ist der RVC-Trieb. B wie Bike City: Auf den Slogan mit Bike-City-Trieb kam RVC-Mitglied Jan Eisele. Weil zu FBMs seit Jahren mehr Biker als Einwohner in Trieb sind. C wie Charme: Häufig als Besonderheit des FBM wird "das Familiäre" genannt.

D wie Dauer/Distanzen: Für die Langdistanz benötigt ein zweimaliger Sieger wie der Kelheimer Benedikt Diepold zwischen 3:30 und 3:45 Stunden. Es gibt drei Distanzen mit 19, 48 und eben 88 Kilometer Länge.

E wie ehrenamtliches Engagement: Die Männer und Frauen beim RVC packen Starterkuverts, gestalten Werbeflyer, machen Helferpersonalplanung, betreiben Streckenplanung, fahren sie probeweise ab, bauen die Streckenbegrenzungen und Streckenführungen auf. Man hat sich um die Startnummern samt Namensaufdrucken zu kümmern, hat Bürokratie voraus, hat persönliche Gespräche zu führen, Newsletter zu schreiben... RVC-Mann Jan Eisele ist zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Er leistet in den vier Wochen vor dem "D-Day" 80 Stunden Arbeit an Mails, Telefonaten, Ummeldungen, Abstimmungen mit Lieferanten, Listenerstellungen, Einkäufen usw.

F wie Fremdenverkehr: Es kommen viele Biker aus Bayern, Thüringen und weiter entfernten Regionen Deutschlands. Auch aus Berlin. Es gab auch schon ausländische Teilnehmer. Viele übernachten in umliegenden Gasthöfen und Hotels.

G wie Geheimhaltung: Grundsätzlich werden keine Streckenpläne veröffentlicht. Auch darum nicht, damit die Strecke vorab nicht wild befahren werden kann.

H wie Historie: Eine lückenlose Aufzeichnung liegt nicht vor. Ins Leben gerufen 1997, starteten beim elften Rennen 270 Teilnehmer, ab da kontinuierliches Wachstum bis 800 in 2019.

I wie Interessantes/Identifikation: Durch RVC-Streckensicherungsfahrzeuge seien Sabotagen an Strecken stets erkannt und behoben worden. Freiwillige Feuerwehren stellen zur Straßensicherung rund 50 Personen, das BRK ist mit 10 bis 15 Helfern vor Ort. Überdies helfen DLRG und Bergwacht bei der Streckensicherung.

J wie Journalismus: Unsere Zeitung wird sich wie gewohnt berichterstattend kümmern.

K wie Kuverts: Jeder Teilnehmer erhält ein Kuvert mit Transponder, Startnummer, Broschüren, Infos zum Streckenprofil usw. All das lag auf zwei Tischen verteilt und wurde von je acht RVClern eingepackt, die um den Tisch gingen. Jeder Packer umrundete den Tisch an einem ehrenamtlichen Abend bis zu 800-mal.

L wie Lob: "Es ist alles wirklich gut organisiert. Wir staunen immer, wie viele Leute dazu gehören", erklärt Teilnehmer Rainer Stiehler unserer Redaktion gegenüber mit freundlichem Nachdruck.

M wie Moneten: Zwischen 27 und 37 Euro beträgt das Startgeld. Für die Altersklassensieger in der Wertung für die bayerische Meisterschaft gibt es für Platz 1 bis 3 Preisgelder.

N wie NHN: Normalhöhennull 290. Die Wettkampfstrecke liegt etwa 290 m über dem Meeresspiegel.

O wie Organisation: 150 ehrenamtliche Helfer des RVC gibt es insgesamt, u. a. zehn für Brückenaufbau an der Start- und Ziellinie, zehn für die Streckenausschilderung, 30 für Aufbau Festplatz, acht für Ausschank, fünf an der Kasse, zehn für die Startnummernausgabe, 30 an den Verpflegungsständen, 30 an Start und Ziel, acht zur Streckensicherung mittels Quads.

P wie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Der FBM wird in Fachmagazinen beworben, beispielsweise im Mountainbike-Challenge, zu Jahreswechseln werden 500 Plakate und 25 000 Flyer gedruckt. Kontaktperson für die Pressearbeit ist RVC ler Jan Eisele.

Q wie Qualität: Ein Gastbeitrag in der renommierten bike nannte den FBM einen "Erste-Sahne-Marathon".

R wie Radprofis: Nach Auskunft von Jan Eisele gebe es sehr wohl Profis und deutsche Meister, die "unser Rennen als Training und Vorbereitung nutzen".

S wie Sabotage: Auch die soll es schon gegeben haben. In manchen Jahren seien Beschilderungen entfernt, oder - noch schlimmer - Nagelbretter verlegt beziehungsweise Drähte gespannt worden.

T wie Trieb: Lichtenfelser Stadtteil, circa 580 Einwohner, 1142 erstmalig urkundlich erwähnt.

U wie Unkenrufe und Umweltschutz: Unkenrufe habe es noch nicht gegeben. Auch weil ja nun mal Fahrrad gefahren wird und keine Abgase entstehen. Die Strecke führt überwiegend über befestigte Wald- und Forstwege.

V wie Vorbereitungsbeginn: Im Grunde beginnt die Vorbereitung für ein Rennen im Folgejahr schon vor dem Rennen im Vorjahr. Die Vorbereitungszeit liegt somit bei knapp über einem Jahr.

W wie Webseiten: www.franken-bike-marathon.deoder http://www.rvc-trieb.de

X wie xerotisch (trocken): So fällt die Wetterlage am Renntag hoffentlich aus. Die Prognose ist aber ein wenig düsterer. Sie liegt bei 30-prozentiger Regenwahrscheinlichkeit.

Y wie Youngster: Ab elf ist das Mitstarten erlaubt, wobei Begleitung durch einen Erwachsenen gegeben sein muss. Für Teilnehmer der U15 gibt es ermäßigtes Startgeld.

Z wie Zwickau: Aus der Nähe dieser Stadt reist der älteste Teilnehmer (72) an.

Frankenbike-Marathon bei der MTB-Challenge

MTB-Marathon-Challenge Der Frankenbike-Marathon nimmt heuer erstmals auch an der Challenge-Serie teil. Diese umfasst neun Rennen in Deutschland (3), Österreich (5) und Italien (1). Das Rennen in Trieb ist bereits das vierte Rennen. Für die Gesamtwertung werden die besten vier von acht möglichen Ergebnissen addiert. Pro Resultat und Streckenlänge gibt es Punkte, die in die Cupwertung einfließen. Anmeldung uhttp://www.mountainbike-challenge.dee-challenge.de" title="www.mountainbike-challenge.de">www.mountainbike-challenge.de ist eine Teilnahme an der Serie noch möglich. Teilnehmer Ein Blick in die Meldeliste verrät, dass die Aufnahme in die MTB-Challenge viele Teilnehmer aus dem Süden Bayerns nach Oberfranken lockt. Die meisten Starter kommen aber aus der Region. Herausforderung Die längste Strecke bietet der Veranstalter am 13. Juli beim Rennen in Bad Goisern bei der Salzkammergut-Trohphy an. Dort können Fahrer über 210,2 Kilometer über 7119 Höhenmeter absolvieren. Cube-Cup Seit Jahren ist der FBM auch Teil der Cube-Cup-Serie. 13 Rennen finden bis in den Oktober hinein statt, wo die Teilnehmer Punkte sammeln können. Mehr unter https://cup.cube.eu/ Unternehmenswertung Diese regionale Wertung erfolgt für Firmen, die mit mindestens fünf Mitarbeitern angemeldet sind. Hier gibt es attraktive Preise für das Team zu gewinnen.