Der Berg als Wahrzeichen der Region war schon immer da. Und man ist schon fast versucht, dem 32. Staffelberglauf das Gleiche zu bescheinigen. Mit 167 Teilnehmern, die diesmal die anspruchsvolle 3960 Meter lange Strecke bis zum Plateau mit 260 Höhenmetern bewältigten, erfreute sich die Laufsportveranstaltung einmal mehr großer Beliebtheit. Zahlreiche Zuschauer an der Strecke und im Zielbereich an der Adelgundiskapelle sorgten dafür, dass sich jeder Läufer als Sieger fühlen durfte.

Vierter Sieg in Folge

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Für die meisten Läufer dürfte das olympische Motto im Vordergrund gestanden haben, die etablierten Teilnehmer waren freilich schon mit gewissen Zielen an den Start gegangen. Worin dieses im Falle von Daniel Götz bestand, kann sich jeder an seinen fünf Fingern abzählen, schließlich gewann er die vergangenen drei Male den Staffelberglauf. Und er dominierte das sportliche Geschehen auch diesmal, baute in einer phantastischen Zeit von 15:06 Minute seine Siegesserie fort - und das mit einem Vorsprung von fast eineinhalb Minuten vor seinem Vereinskollegen Dominik Mages. "Ich wollte gewinnen - und nach Möglichkeit meine Zeit aus dem Vorjahr weiter verbessern", sagte er und strahlte, denn beide Ziele erfüllte er. In den Jahren 2015 bis 2017 benötigte er 16:05, 15:35 beziehungsweise 15:15 Minuten. Mit seiner Siegerzeit heuer kam er sogar dem Streckenrekord von Manfred Dusold (14:56) aus dem Jahr 1992 gefährlich nahe.

Doch auch die Leistungen der teilnehmenden Athleten aus der Region konnten sich sehen lassen. Seitens des ausrichtenden TSV Staffelstein verfehlte Christian Gründel als Vierter (16:59) das Podest nur knapp, sein erst 19-jähriger Vereinskollege Michael Köhnlein wurde respek-tabler Neunter (17:46).

Schwürbitzer Finsel auf Rang 4

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Der für den TV 48 Coburg startende Schwürbitzer Alexander Finsel schaffte es in 17:35 Minuten als Achter ebenfalls in die Top Ten. Auch die jüngeren Nachwuchsläufer lassen beim Staffelberglauf immer wieder aufhorchen, diesmal sogar in besonderem Maße. In der Frauenkonkurrenz gewann mit Verena Goldfuß von der Eintracht Kattenhochstatt eine erst 17-jährige in 19:20 Minuten. Allerdings spürte die siegreiche Mittelfränkin aus Emetzheim bei Weißenburg bis zum Schluss den Atem von Sandra Haderlein von SC Kemmern im Nacken, die am Ende vier Sekunden Rückstand aufwies. Mit Sophia Franz (4., 21:23), Eva Lang (5., 21:27) sowie Anna Pfeiffer (7., 21:41) schafften es gleich drei Athletinnen des TSV Staffelstein unter die ersten Zehn der Frauen-Gesamtwertung.

83-Jähriger

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Die Altersspanne der Teilnehmer reichte von 14 als Mindestalter - dies galt für Jakob Häfner (Gesamt-17.) und Dario Hamann - bis zum 83-jährigen Ludwig Amarell vom Rennsteiglaufverein LG Süd. Der M80-Teilnehmer überschritt glücklich nach 30:19 Minuten die Ziellinie und war damit nicht Letzter. In den Jungbrunnen gefallen scheint auch der nimmermüde Berthold Wolf (76) von der Turnerschaft Lichtenfels.

Die Mehrzahl des Läuferfeldes bildeten heimische Athleten. Aber besieht man sich die Ergebnislisten, wird klar, dass die Popularität und Bekanntheit des einzigartigen Staffelberglaufs mittlerweile über die Landkreis- und Bezirksgrenzen hinausreicht. Die Drittplatzierte der Frauen, Susi Lell, die mit exakt 21 Minuten auf den Bronzerang kam, kam aus Untermaiselstein im Allgäu an den Obermain.

Der Seriensieger, die aufstrebende Jugendliche, der junggebliebene Senior - es sind die vielen Facetten, die den Staffelberglauf ausmachen. Und abgesehen von Platzierungen schreibt dieser auch immer wieder schöne Geschichten. "Moment, den kenne ich doch", dachten sich die Zuschauer, die im Ziel den Athleten applaudierten, als da ein Mann mittleren Alters mit der Startnummer 101 glücklich die Hände in die Höhe reckte. Dabei handelte es sich um den neuen Rektor der Viktor-von-Scheffel-Realschule, Peter Gerhardt. Der sportliche 52-jährige, einst aktiver Handballer, wird vermutlich noch manches Mal in der Schule darauf angesprochen.

Für die sportlichen Gipfelstürmer, die - wie das Ehepaar Bernhard und Ulrike Hümmer (beide 56 Jahre) vom TSV Staffelstein - schon etliche Male teilnahmen, verhält es sich nach dem Motto "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung". Es gab beim Staffelberglauf auch schon Schnee. Dass der Veranstaltung diesmal sogar ein wenig Sonnenschein vergönnt war und es trocken blieb, kam den Athleten freilich gelegen. Hauptorganisator Karl-Heinz Drossel zog bei der Siegerehrung in der Peter-J.-Moll-Halle wieder ein positives Fazit.