So genau wussten die Kegler des Baur SV Burgkunstadt vor Saisonbeginn nicht, wo sie stehen. Gerade ein Auswärtsspiel bei einem Aufsteiger wirft im Vorfeld doch einige Fragezeichen auf. Zumal man selbst zwei Neuzugänge integrieren möchte, die entweder keine Erfahrung in der Bayernliga besaßen oder bisher das 120- Kugel-Spiel nicht ausgeübt hatten. Daher ging man mit einer gewissen Unsicherheit beim SV Lohengrin Kulmbach an den Start, die aber nur in der Mittelachse bei den Neulingen zu erkennen war.

Umso erfreulicher liest sich das Resultat. Mit einem 7:1-Start-Ziel-Sieg haben sich die Burgkunstadter an die Tabellenspitze gespielt. Dies ist umso höher zu bewerten, da die Pörbitzscher Bahn schwer zu bespielen ist und Lohengrin daher seit jeher sehr heimstark ist.

Betrachtet man die anderen Resultate des ersten Spieltages, dann sieht man drei mehr oder minder knappe Heimsiege und ein seltenes 4:4, wobei Hirschau und Eibach sogar das Kunststück fertig brachten, mit 3302 auch im Holzergebnis gleichauf zu liegen. Somit lief der Auftaktspieltag zugunsten der "Schwarz-Gelben". Das Ziel Meisterschaft ist kein unrealistisches, wenngleich der Auftritt in Kulmbach an einigen Stellen noch Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt hat. KV Lohengrin Kulmbach - Baur SV Burgkunstadt 1:7

Prominentester Vertreter der Gastgeber ist seit über 20 Jahren Matthias Meußgeyer, den man bärenstark eingeschätzt hatte und der unabhängig von der Aufstellung von Patrick Kalb "gestellt" werden sollte. Daher trafen beide im Top-Duell des Tages gleich zu Beginn aufeinander. Ein mutiger Schritt der Baur-Verantwortlichen, der sich aber auszahlte. Meußgeyer begann stark und legte nach 93 in die Vollen gleich einen Neuner hinterher. Doch Kalb hielt dagegen, räumte erstklassige 68 Holz ab und sicherte sich Satz 1. Danach spielte sich der Frohnlacher in einen wahren Rausch, hielt sein Niveau beständig und markierte mit 578 (204 geräumt) das Spitzenresultat des Matches. Mit 547 Holz war auch Meußgeyer stärkster seines Teams, konnte aber nur gratulieren.

Den perfekten Baur-Start komplettierte auf den anderen Bahnen Sebastian Krötter trotz eines durchwachsenen Starts. Nach 120:130 fasste er langsam Fuß auf der Bahn und holte sich mit viel Kampfgeist Satz 2. Danach zerlegte er Bahn 1 förmlich mit einem unglaublichen Bahnrekord von 171 (99/72). Als am Ende ein 564:514 gegen Förtsch am Totalisator aufleuchtete, verließ das Startpaar der Gäste mit einem 2:0 sowie einem strahlenden Lächeln die Anlage.

Rießner zahlt Lehrgeld

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Im Mittelkreuz waren bei Burgkunstadte die Neulinge Michael Carl (gegen Lutz) und Tobias Rießner (gegen Landel) aufgeboten. Rießner wollte es in seinem ersten Spiel besonders gut machen, fand aber nie die nötige Lockerheit. Erst als sein Mann-schaftspunkt nach drei Bahnen verloren war, zeigte er, dass weit mehr in ihm steckt, dennoch musste er nach 476:520 sein erstes Lehrgeld in der Bayernliga zahlen. Er wird sicher gleich nächste Woche die Chance haben, auf der Heimbahn zu zeigen, dass dies nicht sein wahres Können widerspiegelte.

Ein spannendes Duell lieferte sich Carl mit Landel. 120:119 und 131:129 lauteten die ersten beiden Sätze, ehe der Baur-Kegler Durchgang 3 klar verlor. Somit durfte der Weidhausener Satz 4 nicht verlieren. Eine 5 im letzten Wurf sicherte ein 146:146. Mit 2,5:1,5 Satzpunkten gewann er, obwohl er weniger Gesamtholz erzielt hatte.

Der Rest war für die "Schwarz-Gelben" Formsache. 473 und 466 lieferten die Kulmbacher Wagner und Förster ab, damit holten sie lediglich noch einen Satz. Johannes Partheymüller knüpfte an seine besseren Tage an und spielte konstant gut. Besonders die 200 Holz im Räumen sind zu loben. Peter Zapf spielte mit 386 bärenstark in die Vollen, verbaute sich jedoch ein Topresultat durch unglückliches Spiel auf die Einzelnen. 536 Holz sind nicht schlecht, lassen aber auch bei ihm noch Luft nach oben. tc

Die Statistik

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KV Lohengrin Kulmbach - Baur SV Burgkunsadt 1:7

(6,5:17,5 Sätze, 3058:3227 Holz) M. Meußgeyer - P. Kalb 0:4 (547:578) J. Förtsch - S. Krötter 1:3 (514:564) A. Lutz - M. Carl 1,5:2,5 (538:528) F. Landel - T. Rießner 3:1 (520:476) S. Wagner - J. Partheymüller 0:4 (473:545) P. Förster - P. Zapf 1:3 (466:536)