Jetzt beginnt die Saison von Andreas Dreitz erst richtig. Der Profi-Triathlet aus Michelau absolviert am Sonntag in Port Elizabeth (Südafrika) sein erstes Ironman-Rennen des Jahres - und hat ehrgeizige Ziele.

"In erster Linie spekuliere ich auf einen der wahrscheinlich vier Qualifikationsplätze für Hawaii - alles andere ist Zugabe", sagt Dreitz. Da einige Athleten bereits ihr Ticket für Hawaii in der Tasche haben, wird wohl eine Platzierung unter den Top 6 die Teilnahme an der Weltmeisterschaft auf der Langdistanz absichern. Doch der Andrang von Topathleten in Südafrika ist groß. "Es gibt dieses Jahr wirklich ein sehr starkes Starterfeld. Es ist ganz schwierig, einzelne Favoriten auszumachen", verdeutlicht Dreitz.

Konkurrenz aus dem eigenen Lager

Einer seiner größten Konkurrenten könnte ein Mannschaftskollege aus dem Team Erdinger Alkoholfrei sein. Schließlich hat Nils Frommhold gute Erinnerung an Südafrika: Der Berliner gewann das Rennen 2014 und wurde 2017 Zweiter. Auch der Vorjahres-Dritte, Maurice Clavel aus Freiburg, spekuliert auf eine erneute Spitzenplatzierung. Im Jahr 2018 komplettierten Sieger Kyle Buckingham (Südafrika) und Josh Amberger (Australien) das Treppchen.

Dieses Duo gehört genauso wie Bart Aernouts (Belgien), Ben Hoffmann (USA) und David McNamee (Großbritannien) - alle drei haben sich in den vergangenen Jahren in Südafrika schon einen Medaillenplatz gesichert - erneut zum Favoritenkreis auf dem relativ flachen Kurs in Port Elizabeth.

Windanfällige Strecke

Zudem haben alle Starter einen weiteren Gegner: den Wind. Port Elizabeth hat den Spitznamen "Windy City" (windige Stadt). Ein Großteil der Strecke führt entlang der windanfälligen Küste. Für Dreitz ist der Triathlon über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen aus einem weiteren Grund eine Wundertüte: "Das erste Rennen im Jahr ist immer etwas Besonderes. Man muss erst wieder in die gewohnten Abläufe reinkommen."

Positiv stimmt den 30-Jährigen seine optimale Vorbereitung. Er blieb von Verletzungen sowie Krankheiten verschont und blickt auf "sehr erfolgreiche" Trainingslager auf Lanzarote, Gran Canaria und Mallorca zurück. Dort hat er sich auch die Taktik für Südafrika zurechtgelegt: "Ich werde mich wieder mehr auf mich selbst konzentrieren und versuchen, geduldig zu bleiben - der Tag wird eh lang genug."

Wie lange so ein Tag werden kann, erlebte der Michelauer zuletzt beim Ironman in Arizona im November. Dort lief für den starken Radfahrer lange Zeit alles nach Plan. Doch im Marathon brach er ein, musste seine Führung abgeben und verpasste als Zehnter die Hawaii-Qualifikation für 2019 - doch diese soll nun im zweiten Anlauf in Südafrika gelingen.

Früher Beginn: Das Rennen in Südafrika startet am Sonntag um 6.30 Uhr.